Der Blog machte Pause. Dank einer emsigen Stubenfliege erwachte er voller Themen, die ans Licht drängen. Es wäre aber ein Wirrwarr, alle nachzuholen. So befasse ich mich mit dem, was meinen Tag einläutete, nämlich Axel Hacke mit „Heiterkeit“. Wir können sie nicht greifen, obwohl sie oft zum Greifen nah wäre. Gelegentlich mache ich mir Vorwürfe, weil ich sie vernachlässige in meinem Alltag.
Grund genug, neue Vorsätze zu fassen und diese einigermaßen humorvoll zu verfolgen. Das Verdienst der Heiterkeit ist, dass sie alles leichter erscheinen lässt. Zu Schwermut gibt es genügend Anlass. Deswegen bin ich froh, wenn ich auf Facebook immer wieder Beiträge finde, die Zuversicht verbreiten. Die Ansichten und Erläuterungen von Robert Habeck zählen dazu, der Esprit von Zeitschriften wie „Experimenta“ und Postings von Surréalisme Artistica: humoristique
In Vorbereitung ist wieder ein Kalender der Gruppe 7punkt3 (diesmal Thema „Tiere“), die immer noch das Kreative Schreiben an der Volkshochschule Schorndorf mit mir pflegt. Eine Teilnehmerin feiert bereits das zehnjährige Jubiläum ihrer Kursbesuche. Die nächste ist nah dran. Zuverlässigkeit und Treue sind Tugenden, die selten und hoch wertzuschätzen sind.
Im Moment stellen wir Begriffe wie „Impuls“ und „Bedürfnis“ in den Raum: wie unterscheiden sie sich, was haben sie miteinander zu tun? Wir bleiben aber nicht abstrakt, sondern haben uns auch mit dem „Dicksein“ beschäftigt, das beim Bachmann Preis 2026 ins Rampenlicht rückte. Anlass dazu gab das Semesterthema „Aber bitte mit Sahne!?“ Unterzeile: Gesund und munter älter werden. Udo Jürgens kam als munterer Zeitgenosse in den Sinn, der mit kritischen Liedern genauso punktete wie mit heiteren und sogar beides zu kombinieren verstand.
Da ist sie wieder – die Heiterkeit, die wir brauchen, um beschwingt zu sein und alle bedrohlichen, komplizierten und heiklen Themen gut verdauen zu können. Belastend sind unter anderem Diskriminierung und Ausgrenzung. Mit „Was wir Tragen“ zeigte Lena Schätte diese Pein bei Jugendlichen und gewann so den 1. Preis beim Bachmannwettbewerb 2026. Die Diskussion darüber kann man hier nachlesen > https://short-url.cc/1zq9J Nicht umsonst gründete sich die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung > https://short-url.cc/1FfMK Diese geriet auch dank Facebook in mein Blickfeld.
Überhaupt: Die Medien. Sie werden heiß diskutiert. Und KI sowieso. Diesen Dienst stellte ich mehrfach auf die Probe und weiß, dass er erfreulich funktionieren kann, aber man muss ihn dennoch mit Verstand hinterfragen. Aufheben werde ich mir, wie er unser Kurs-Thema „Mein Leben als Türklinke“ bearbeitete. Erst lieferte er einen Allerweltstext, der keine Begeisterung auslöste. Dann bat ich um eine Version, wie Thomas Mann sich hierzu äußern würde. Das gelang KI durchaus überzeugend. Noch besser gefiel mir, was KI als Betrachtung von Rainer Maria Rilke dazu präsentierte. Man kann also mit KI auch „Spaß“ haben und nicht nur nach passenden Augentropfen oder Empfehlungen bei Rheuma fragen. Dass sich oft einsame Menschen mit Kummer von KI trösten lassen, steht auf einem anderen Blatt.
Spaß: In der ZEIT vom 12.2.2026 erregte eine ungewöhnlich lange Überschrift meine Aufmerksamkeit > Wir behaupten, etwas habe Spaß gemacht – etwa ein Treffen mit Freunden oder ein Ausflug. Aber hatten wir wirklich Spaß? Oder war es einfach nur nett? (Ressort „Entdecken“, S. 54) Autor Francesco Giammarco ging der Frage ausführlich nach und inspirierte mich erneut, inflationär verwendete Worte unter die Lupe zu nehmen, was ich ohnehin praktiziere, seit ich mich in den 1990ern in das Thema „Mobbing“ vertiefte und viel dazu publizierte.
Danke also für den Impuls, mich mit Spaß zu befassen und – siehe oben – mit Heiterkeit. Daraus lassen sich hervorragend Aufgaben für die „kreativ schreiben“ ableiten! Von anderer Beschaffenheit wird das schriftliche Nachdenken über „Mein Leben als Stubenfliege“ sein. Die kam trotz Fliegengitter in die Wohnung und verursachte gemeinsam mit Axel Hacke das Bedürfnis, den Blog wieder zu beleben! (Oder war das ein Impuls?)
PS.: Axel Hacke. Über die Heiterkeit in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wichtig uns der Ernst des Lebens sein sollte.
- https://experimenta.de/ Magazin für Literatur, Kunst und Gesellschaft
- Roman-Empfehlung: Alexandra Fröhlich. Gestorben wird immer
- Meine nächste Lektüre: Gabriala Heins. Patient Pflege. Ansichten von Innen. Edition Maya






