Monatsarchiv für März 2020

Mrz 15 2020

Nur Mut!

Autor: . Abgelegt unter Allgemein/Politik

Ist der Mut, die Meinung zu sagen, geschrumpft? Dies wird häufig behauptet. Man habe Angst, in die falsche Ecke gestellt zu werden. So die Begründung.

Wie kann jemand, der im Gespräch bleibt, seine „Ecke“ nicht erklären können? Oder bleibt man nicht im Gespräch? Liefert ein Statement ab, erklärt, wovon man es ableitet – und dann ist das Gespräch vorbei. Der andere soll es „fressen“, sich damit zufrieden geben, glauben? Höre ich dem anderen wirklich auch zu, setze ich mich mit dessen Meinung auseinander? Oder stehen sich zumeist zwei MeinungsträgerInnen gegenüber, die sich nicht austauschen, sondern gegenseitig plakatieren und dann wieder auseinandergehen? Vielleicht mit einem Schulterzucken > „Soll er/sie doch mit ihrer Meinung glücklich werden. Mal sehen, wer recht behält!“

Wenn ich eine Malerin wäre und dazu ein Bild malen könnte, würde ich „eingeschlossen in der eigenen Meinung“ in eine Mauer um ein Individuum umsetzen. Es dringt nichts herein und nichts hinaus. Kein Austausch, keine Inspiration …

Diese Situation wird nun an die Wand gemalt mit dem aktuellen Fürchte-Virus. Wir alle in Quarantäne. Vorher noch tüchtig einkaufen! Raffen, was geht! Wer sich in den Weg stellt, wird beschimpft, wer rationiert auch. Ich – Ich – Ich. Erkennen wir die Spiegelung? Weltweit vernetzt sein und trotzdem abgeschnitten? Wie viele Widersprüche werden uns bewusst? Corona fordert uns heraus. Wir können nicht entrinnen. Aber nur die vielen Risiken und möglichen Opfer unaufhörlich zu beschwören, verstellt den Blick, bildet eine Sackgasse. Wie kreativ sind wir wirklich? Die nächsten Wochen werden es zeigen!

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Mrz 06 2020

Noch ein Ministerium

Autor: . Abgelegt unter Allgemein/Politik

Das Ministerium für Einsamkeit – siehe Beitrag zuvor – ließ mich nachsinnen: Wofür könnte man noch Ministerien gründen? (Achtung! Vielleicht wird das eine Satire!)

Heute wurde ich fündig. Ich stand an der Kaffeemaschine – eine altmodische, nicht vollautomatisch. Da fiel mir ein, dass ich eigentlich zu viel arbeite. Auf zu vielen Baustellen. Meist unter einem gewissen Druck. Von einer Bekannten hörte ich Ähnliches. Sie hatte letzte Woche PC-Verbot. Keine Ahnung, wo sie sich befand, aber ich fantasierte mir einen Wohnwagen dazu, eine schöne Lichtung und viel In-die-Luft-starren.

Doch zurück zur Kaffeemaschine. Als ich sie in Gang setzte, blitzte vor meinem geistigen Auge das „Ministerium für Leistung“ auf. Es könnte dazu dienen, endlich Leistung zu definieren. Heutzutage gilt ja fatalerweise die Definition „IMMER-MEHR“. Man freut sich, wenn man diese Norm erfüllen kann. Aber ich will mehr! Morgen hänge ich mir mir ein gerahmtes Blatt an die Wand: „Dies ist der vernünftige Rahmen für Leistung“ soll darauf stehen. Den Rest des Tages bin ich nun mit Grübeln beschäftigt. Ist Grübeln eine Leistung?

Bevor ich eine Antwort auf diese Frage finde, denke ich mir bereits Arbeitsbegrenzungsmaßnahmen aus. Und natürlich eine vernünftige Relation zwischen Leistung und Ertrag. Zuletzt behalte ich das aber alles für mich und stelle es dem nächsten Kurs „kreativ schreiben“ anheim, sich über Leistung usw. eine Geschichte auszudenken. Damit ich nicht alleine grüble. Denn das könnte mich einsam machen, wozu ich zwar das Ministerium für Einsamkeit anrufen könnte, aber das ist in England. Und jetzt, bei all den Wirren um den Brexit …

Also verabschiede ich mich nun erst mal mit einem grüblerischen Lächeln und hoffe, ich habe einen leistungsschwachen Tag!

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