Mai 03 2011

Gelungen: „Wir werden zusammen alt“

Autor: . Abgelegt unter Kultur

Der Roman führt durch einen Sonntag in einer Seniorenresidenz, ohne dass es anstrengend, heikel oder öde wird. Man vergesse alle Vorurteile über Altersheime – hier lebt auf jedem Quadratmeter die Eigenständigkeit des Augenblicks.

Kurzweilig wird über 64 Kapitel von Bewohnern, Besuchern und Angestellten erzählt. Eine bunte Mischung von Charakteren bringt uns die Autorin näher. Jede Viertelstunde beginnt ein neues Kapitel. Die Blickwinkel, die zu Tage treten, sind sehr unterschiedlich, aber stets mit einem Augenzwinkern oder gar einem Schuss Humor skizziert. Mehr > http://bit.ly/mjh8ge

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Apr. 28 2011

Fundsache macht sprachlos

Autor: . Abgelegt unter Alltag

Angesichts dieser Fundsache >> http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/35605/ verschlägt’s mir die Sprache:

“Das Meer ist eine einfache Methode zur Abfallentsorgung”

Ein Lehrstück dafür, wie wenige Monate später weltweit das Denken sich in eine andere Richtung aufmacht!

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Apr. 17 2011

Zahnlos gegenüber sich selbst

Autor: . Abgelegt unter Allgemein/Politik,Alltag

Etwas ganz Seltenes scheint diese Woche zu geschehen: Selbstkritik professioneller KritikerInnen! Viel zu lange thematisierte Journalismus sich selbst nicht, sondern immer nur Andere, und Andere auch nur, solange die Anzeigenabteilung kein gewichtiges Veto einlegte.

Die ZEIT versuchte nun mit einer Reflexion zu glänzen: “Was Journalisten anrichten”. Es lohnt sich, dazu nach Meinungen im www zu fahnden. Wer enttäuscht ist über das Unterfangen der ZEIT, ist nicht alleine damit. Empfohlen sei hier, was der Medienjournalist Niggemeier dazu bloggt > www.stefan-niggemeier.de/blog/grenzt-ein-bisschen-an-nestbeschmutzung/ Es gibt aber auch ein Video des ZEIT-Chefredakteurs Giovanni di Lorenzo, das deutlich macht, welch zahloser Tiger hier auf wackeligen Beinen in die Arena gestellt wird > http://video.zeit.de/video/901938951001. – Sorry, aber warum erkannte denn niemand, dass hier nur Augenwischerei passiert? Sollte für den Anfang erst mal das Applaus-Verhalten getestet werden, um Schwung zu holen für eine Steigerung in dieser überfälligen Angelegenheit?

 

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Apr. 04 2011

Danke taz! Unbedingt lesen!

Autor: . Abgelegt unter Alltag

Immer wieder geht es hier in diesem Blog um die Glaubwürdigkeit der Medien und damit die Zukunft der Demokratie. Die jüngste Recherche zur Trennung von Redaktion und Werbung ist der taz zu verdanken >http://bit.ly/egav2c

Unbedingt zur Kenntnis nehmen und die eigenen Erwartungen an die Medien auf den Prüfstand heben!

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März 27 2011

Stalking – strafbarer Terror

Autor: . Abgelegt unter Alltag,Sonstiges

Ingrid Pfeifer beschreibt, wie eine Bekanntschaft aus dem Stadium der Unbeschwertheit pervertiert wird in bedrohliche Überwachung, Gängelung, Verfolgung. Das ist nicht nur kaum auszuhalten, sondern auch ein Straftatbestand. Nämlich Stalking, gegen das man Anzeige erstatten kann. Auch der Weiße Ring hilft den Opfern. Sie haben es nämlich nicht leicht. Denn meist will der Stalker ein letztes Gespräch, zum x-ten Mal alles klären, wirbt um Verständnis, bittet um Verzeihung, gelobt Besserung. Er will es immer wieder und mit Mechanismen, die mürbe machen.

Leicht haben es die Opfer auch deshalb nicht, weil sie sich in der Regel schämen, jemanden ins Vertrauen zu ziehen. Sie kapseln sich ab, weil sie denken, es sei nicht nachvollziehbar, in welche Situation sie geraten sind und wie das überhaupt passieren konnte. So hat auch Ingrid Pfeifer über Gebühr lange geschwiegen, bevor sie ihr Umfeld am Arbeitsplatz informierte, obwohl der Stalker sie auch während der Arbeitszeit belästigt hatte und keinem verborgen geblieben war, das es ihr zunehmend schlechter ging.

Ingrid Pfeifer beschreibt ihre Selbstzweifel sehr gut, das Zurückstecken der eigenen Interessen und Bedürfnisse aus Ratlosigkeit und Resignation. Ihre Hoffnung, dass sich alles zum Guten wenden könnte, war relativ früh erloschen. Trotzdem quält sie sich mit dem Durchhalten – irgendwann wird der Mann doch ihr “NEIN” akzeptieren und sich zurückziehen. Dem war leider nicht so.

Die Autorin hat vor Gericht gegen ihren Peiniger gewonnen. Heute hilft sie mit ihrem Netzwerk http://gemeinsam-gegen-stalking.de Opfern zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Am Ende ihres Erlebnisberichtes gibt sie in ihrem Buch Auskunft über die Definition des Begriffs, über die Gesetze gegen Stalking und über erste mögliche Schritte, wenn man sich wegen eines Stalkers oder einer Stalkerin in Bedrängnis fühlt.

Ein lesenswertes Buch: Ingrid Pfeifer: „Stalking – (m)ein Leben im Kreislauf der Angst!“ Erfahrungsbericht und Ratgeber, 13,90 €, Books on Demand 2010, ISBN 978-3839166376.

Die Dunkelziffer der Betroffenen ist groß. Vorläufig geht man von ca. 30.000 Stalking-Opfern in Deutschland aus. Sie leiden an psychischen Beeinträchtigungen, was sich auf ihre Arbeitsfähigkeit, ja den Gesundheitszustand schlechthin auswirkt. Ingrif Pfeifer in sat 1/Bayern: http://bit.ly/hShbxQ

Und das schrieb der FOCUS darüber: http://bit.ly/aGPeIL

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März 20 2011

Was erscheint als selbstverständlich und was verrät dies über das Selbstverständnis?

Autor: . Abgelegt unter Allgemein/Politik,Sonstiges

Staunen mit offenem Ausgang. Das betrifft zweierlei:

1)      Wie die Gelassenheit der Japaner hierzulande thematisiert wird. Das ist schon fast peinlich. Als könnten wir nicht glauben, dass Andere ihre Katastrophen anders verarbeiten als wir mit unserer Mentalität. Oder als dürfte es nicht wahr sein, dass Verhaltensmuster, die uns vertraut sind und einleuchten würden, anderswo einfach ausbleiben …

2)      Wie schwungvoll „abschalten jetzt!“ Konjunktur hat. Man kann diesen Appell an jeder Ecke unterschreiben. Der Zeitpunkt ist günstig. Das Bauchgefühl von VIELEN fließt hier zusammen. Erst die Welle „nukleares Restrisiko ist vertretbar – Entsorgung wird schon gut gehen“, dann die Welle „nur ohne Kernkraft können wir unseren Nachkommen die Erde guten Gewissens übergeben“. Was ist mit dem Wohlstandsrisiko? Werden die Leute sich kloppen, wenn plötzlich Verzicht angesagt ist? Wann wird das diskutiert?

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März 02 2011

Ungenaues Denken & Erregungspegel sind eine unheilige Allianz

Autor: . Abgelegt unter Allgemein/Politik

Der angehimmelte Minister ist zurückgetreten. Dies einzuordnen hilft der Beitrag von Professor Bernhard Pörksen, Medienwissenschaftler, in MEDIA > http://bit.ly/gc1BvF. Die Fragen um den Plagiatsskandal führen unweigerlich zu BILD, da dieses Leitmedium dem angeschlagenen Minister bis zuletzt lautstark die Stange hielt.

Warum nimmt ein Medium so eindeutig Partei? Um die Fanseele zu spiegeln? Um den Erregungspegel in eine Auflagensteigerung umzumünzen? Die Rolle der Medien kam im Fall Guttenberg schon einmal ins Gerede. 2009 ging es um seine wirtschaftlichen Erfahrungen. Damals war er Wirtschaftsminister und hatte – wie Panorama aufdeckte – nur geringfügige praktische wirtschaftliche Erfahrungen – auch wenn er der Öffentlichkeit etwas anderes weismachen wollte. Siehe >> http://bit.ly/SaARv Andere Medien hatten das nicht so genau hinterfragt, was in dem Beitrag kritisiert wird. Sie saßen der Aussage des Ministers auf, die flächendeckend verbreitet wurde.

BILD ist nicht mehr so verpönt wie einst. Das merkt man schon daran, dass das Blatt markante Köpfe wie Alice Schwarze für seine Kampagnen gewinnt. Als das Blatt unlängst einen Korb von der Band „Wir sind Helden“ bekam, erregte das Aufsehen. In deren Absage heißt es: „Die Bild­zei­tung ist ein ge­fähr­li­ches po­li­ti­sches In­stru­ment – nicht nur ein stark ver­grö­ßern­des Fern­rohr in den Ab­grund, son­dern ein bös­ar­ti­ges Wesen, das Deutsch­land nicht be­schreibt, son­dern macht. Mit einer Agen­da.“ (Den ganzen Text nachlesen kann man unter http://bit.ly/fTwRZy – als Schlagzeile wurde bekannt “Ich glaub, es hackt”.)

Wohlan – vielleicht gibt es ja doch eine neue Debatte über Glaubwürdigkeit und wie wichtig sie ist. Sowohl was den Charakter von Medien als auch was den von PolitikerInnen betrifft?! Ungenaues Denken richtet jedenfalls Schaden an!

In diesem Zusammenhang sehr empfehlenswert: „Journalismus nach der Krise – Aufbruch oder Ausverkauf?“. Der Band, unterstützt von der Stiftung „Wertevolle Zukunft“, lotet Unschärfen, Untiefen und Ungereimtheiten aus. 22 Chefredakteure und Medienexperten wurden von zwei jungen Insidern – Anne Kunze und Felix Rohrbeck – befragt. Mehr dazu > http://bit.ly/eqjt0D

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Feb. 26 2011

Wer klaut, aber eine gute Figur macht, wird trotzdem angehimmelt?

Autor: . Abgelegt unter Allgemein/Politik

“Raubkopien sind kein Kavaliersdelikt!” Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am 26.4.2008 (“Welttag des geistigen Eigentums”). Nachzuhören unter http://bit.ly/hv40Xf

Nicht zuletzt deshalb erhielt sie am 24.2.2011 angesichts des skandalösen Verhaltens Karl-Theodor zu Guttenbergs von Doktoranden einen offenen Brief > http://bit.ly/ibazzb

Auch die Universität Bayreuth verurteilt den „Diebstahl geistigen Eigentums“ als ein Vergehen, „das weitreichende juristische Konsequenzen haben kann.“ > http://bit.ly/eVQk0N

Damit wäre eigentlich alles hinreichend geklärt – wären da nicht die Fans des Ministers, die sich von dem Etikett „Klau“ nicht einschüchtern sowie sich ihren Sympathieträger nicht entreißen lassen wollen. Ein Übersetzungsversuch: Endlich haben wir mal einen Politiker, mit dem wir ein wenig Glanz und Format verbinden – und nun wollen wir die Ernüchterung verweigern. Das ist die Crux, wenn man so wenig markante Persönlichkeiten hat, die die Basis in ihren Bann zu ziehen vermögen.

Heißt Bann nicht auch Blendung? Nicht unbedingt! Als einst niemand dem Bann Franz Josef Strauß’ ausweichen konnte, geschah das beileibe nicht, weil er ein unumstrittener Publikumsliebling war! In den 60er Jahren war es ein Highlight, hitzige Debatten im Bundestag am Radiogerät mitzuverfolgen. Man wartete gespannt auf die scharfzüngigen Beiträge von „Schmidt Schnauze“, die den Geist bei Freund und Gegner kitzelten, Respekt und Bewunderung auslösten. Unvergesslich auch die Einwürfe von Herbert Wehner. Kurz: Man hatte Persönlichkeiten, an denen man sich „abarbeiten“ konnte.

Sich „an etwas abarbeiten“ – das ist lange nicht mehr breitflächig geschehen. Stuttgart 21 bietet die Chance dazu. Jedenfalls wird es da augenfällig. Auf der anderen Seite die „Anhimmelung“ von K-T. zu Guttenberg. Die Yellow Press hat einigen Anteil daran.

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Feb. 13 2011

Lierhaus – ein perfekt inszenierter Coup

Autor: . Abgelegt unter Alltag,Sonstiges

„Musste das denn auch noch sein?“ Im Sinne von > das Vorherige hätte eh schon gereicht. „Und wenn er nein gesagt hätte?“ (Der Partner zum öffentlichen Heiratsantrag.) „Ja, hätte er sich das überhaupt leisten können??“ Sogar in Talkshows wurde darüber gefachsimpelt. „Das war doch sicher vor dem Auftritt abgesprochen …“ So der Trost an jene Mitfühlenden, denen es peinlich gewesen wäre, wären sie selbst in aller Öffentlichkeit zu einer Liebeserklärung genötigt worden.

Nicht nur die Yellow-Press hatte mal wieder ein Highlight. Das ging bis ganz unten durch. Der Effekt wird auch nicht so schnell verpuffen. Es würde mich nicht wundern, an einem Sandkasten vorbeizukommen und zwei Vorschulaltrige im Sandkasten rufen sich zu: Komm, lass uns Lierhaus spielen, das ist mein Mikro und Du bist der Bräutigam …

Dass dieses Spektakel zu Analysen anstiftet und welche Fragen es aufwirft, fasste Stefan Niggemeier in seinem Blog sehr gut zusammen: „Monica Lierhaus und der schöne Schein“ > http://bit.ly/eGK8EL. Niggemeier kommt auch in dem NDR-Zapp-Beitrag zu Wort, der die perfekte Medien-Inszenierung kommentierend aufs Korn nimmt > http://bit.ly/f3fZz7 („Die gut geplante Rückkehr von Monica Lierhaus“ von Sine Wiegers).

Wer mit der Öffentlichkeit spielt, setzt sich sehr unübersichtlichen Risiken aus. Das muss ein Profi wie Monica Lierhaus wissen. Alle Welt wünscht ihr, dass sie das auch genügend berücksichtigt hat.

Und ich wünsche mir, dass künftig die im Fernsehen üblichen „makellosen“ ProtagonistInnen von KollegInnen ergänzt werden, die ein Handicap haben (ob erkennbar oder nicht) bzw. die nicht dem strengen Schönheitsideal entsprechen (Gebiss, Falten, Figur). Nur so kann die Toleranz gegenüber allen NormabweichlerInnen Auftrieb erfahren, was bitter nötig ist.

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Jan. 29 2011

Verdünnerfälle – dazu kann man nicht schweigen!

Autor: . Abgelegt unter Allgemein/Politik

Auf manche Wörter sollte man gefasst sein. Auf „Verdünnerfälle“ ist man es sicher nicht! Dieses Wort findet sich in der Zeitschrift Dr. med. Mabuse, Ausgabe 189, auf Seite 26, die „Wahre Geschichten über die Ware Gesundheit“ wiedergibt.

Speziell geht es um die Mischkalkulation in einer Allgemeinarztpraxis. Um keinen falschen Verdacht auf kommen zu lassen: Nicht von der Praxis wurde diese Mischkalkulation aufgemacht oder angestrebt, sondern von der für sie zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Die hatte nämlich – so berichtet hier ein Beschäftigter aus dieser Praxis – im 2. zweiten Quartal 2005 das Budget „um ein Drittel des bisherigen Einkommens gekürzt“. Warum? Die Nachfrage wird mit den üblichen bürokratischen Auskünften beantwortet. Darunter der Satz: “Hochpreisige Patienten lassen sich durch Verdünnerfälle wieder ausgleichen.“

Das sitzt, das bleibt hängen! Grrrrrrh!

Abgesehen davon, dass „Verdünnerfälle“ – wüssten sie, dass sie welche sind – zur Solidarität gegenüber Sozialabbau der Straße zu ermuntern wären, ist allgemein zu konstatieren, dass die Rebellion in Deutschland noch keine deutliche Flamme mit knisternden und knackenden Signalen ist. Aber vielleicht hat ja jemand Lust, sich nach fundierter Informationen zur Gegenwehr gegen den Systemwechsel im Gesundheitswesen zu motivieren. Deshalb hier das Inhaltsverzeichnis von der o. g. Zeitschrift für Gesundheitsberufe: http://bit.ly/ezc04j

Einzeln abrufbar als pdf sind

„Gesundheitssystem im Umbruch“ http://bit.ly/eMhjPv (Schwerpunktartikel)

– und ein Artikel über die US-amerikanische Gesundheitsreform http://bit.ly/gyUkOU

IM ÜBRIGEN veröffentlicht dieser Blog gerne weitere (bürokratische) Begriffe, die dazu angetan sind, Ungeheuerlichkeiten zu entlarven! Zusendung willkommen > memoreporting@aol.com

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