Archiv für das Tag 'Niggemeier'

Jul 05 2011

Sommerblues – auch fürs Netzwerk Recherche

Autor: . Abgelegt unter Alltag

Nervig, wenn jemand „nur gut“ ist. Nervig auch, wenn sich Eitelkeit dazu gesellt. Aber Hochmut kommt in jedem Fall vor dem Fall. Das lernt jetzt nach und nach auch das Netzwerk Recherche, das für unabhängigen Journalismus kämpft, der Transparenz herstellt, in die Tiefe und hinter den Kulissen gräbt.

Nun hat der Verein selbst ein Problem mit der Transparenz und zieht eitle Köpfe ein. Wer könnte das besser aufrollen als Stefan Niggemeier, der in diesem Blog schon häufiger zitiert wurde. Lesen Sie mehr zum Eklat beim Netzwerk Recherche > http://bit.ly/iANJwD

Für GernschreiberInnen jenseits des Journalismus gibt es „Sommerblues“ als unser Schreib-Coaching-Thema im Juli > http://bit.ly/lV2iug >> Allen Interessierten viel Spaß dabei!

Keine Kommentare

Feb 13 2011

Lierhaus – ein perfekt inszenierter Coup

Autor: . Abgelegt unter Alltag,Sonstiges

„Musste das denn auch noch sein?“ Im Sinne von > das Vorherige hätte eh schon gereicht. „Und wenn er nein gesagt hätte?“ (Der Partner zum öffentlichen Heiratsantrag.) „Ja, hätte er sich das überhaupt leisten können??“ Sogar in Talkshows wurde darüber gefachsimpelt. „Das war doch sicher vor dem Auftritt abgesprochen …“ So der Trost an jene Mitfühlenden, denen es peinlich gewesen wäre, wären sie selbst in aller Öffentlichkeit zu einer Liebeserklärung genötigt worden.

Nicht nur die Yellow-Press hatte mal wieder ein Highlight. Das ging bis ganz unten durch. Der Effekt wird auch nicht so schnell verpuffen. Es würde mich nicht wundern, an einem Sandkasten vorbeizukommen und zwei Vorschulaltrige im Sandkasten rufen sich zu: Komm, lass uns Lierhaus spielen, das ist mein Mikro und Du bist der Bräutigam …

Dass dieses Spektakel zu Analysen anstiftet und welche Fragen es aufwirft, fasste Stefan Niggemeier in seinem Blog sehr gut zusammen: „Monica Lierhaus und der schöne Schein“ > http://bit.ly/eGK8EL. Niggemeier kommt auch in dem NDR-Zapp-Beitrag zu Wort, der die perfekte Medien-Inszenierung kommentierend aufs Korn nimmt > http://bit.ly/f3fZz7 („Die gut geplante Rückkehr von Monica Lierhaus“ von Sine Wiegers).

Wer mit der Öffentlichkeit spielt, setzt sich sehr unübersichtlichen Risiken aus. Das muss ein Profi wie Monica Lierhaus wissen. Alle Welt wünscht ihr, dass sie das auch genügend berücksichtigt hat.

Und ich wünsche mir, dass künftig die im Fernsehen üblichen „makellosen“ ProtagonistInnen von KollegInnen ergänzt werden, die ein Handicap haben (ob erkennbar oder nicht) bzw. die nicht dem strengen Schönheitsideal entsprechen (Gebiss, Falten, Figur). Nur so kann die Toleranz gegenüber allen NormabweichlerInnen Auftrieb erfahren, was bitter nötig ist.

Keine Kommentare

Aug 02 2010

„Szenen wie im Krieg“

Autor: . Abgelegt unter Alltag

Woche für Woche: Jörg Kachelmann ist als Verdächtiger immer Thema! Die deutsche Öffentlichkeit arbeitet sich an ihm ab. Angesichts des Stichworts „häusliche Gewalt“ konnte sogar Anne Will nicht widerstehen. Andere wiederum fliegen auf den erotischen Aspekt. Gibt es keine wirklichen Probleme?

Medienschelte, Teil 2: Eigentlich hätte man ja wissen können, dass die Loveparade entgleist. Diesen Eindruck kann man angesichts der Berichterstattung in den Medien gewinnen. Super-Assoziationen überschlagen sich – beispielsweise „Szenen wie im Krieg“. Kollege Niggemeier hat dazu einen lesenswerten Kommentar geschrieben: http://bit.ly/9F480W

Ärgernis Nr. 3:  Bayern und sein Raucher-Sonderweg. Auch dies nimmt zu viel Raum ein in den Medien! Der Konflikt zwischen Rauchern und Nichtrauchern ist ein uraltes Thema – es gärt vor sich hin, schwappt mal in diese, mal in jene Richtung und ist dadurch immer ein paar Worte wert. Tatsächlich?

Ich habe einst gelernt: Medien beurteilt man danach, was sie NICHT berichten! Zumindest ist das u. a. ein wichtiges Kriterium!

Keine Kommentare

Nov 23 2009

Niggemeier erinnert an Werther-Effekt

Autor: . Abgelegt unter Allgemein/Politik,Alltag,Literatur

Das Ulmer Münster ist ein imposanter Bau. Leider verleitet der Turm Lebensmüde immer wieder zum tödlichen Sprung. Ob dies der Öffentlichkeit zu berichten sei, war in der Südwestpresse entschieden, bevor ich dort während meiner Ausbildung zur Redakteurin drei Ressorts der Mantelredaktion durchlief: NEIN, man wolle keine Nachahmer auf den Plan rufen.

Das Abwägen zwischen Informationspflicht und Verantwortung des Risikos, mit dem Verbreiten von bestimmten Nachrichten verbunden ist, war ein wichtiger Diskurs in meiner Ausbildung und auch bei vielen Gelegenheiten danach. An die daran geknüpften ethischen Fragen erinnert Kollege Stefan Niggemeier am 16.11.2009 in seinem Blog: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ueber-enke-und-werther/ Die Beschäftigung der Medien mit dem Selbstmord des Nationaltorwarts Enke gab Anlass zu diesen Ausführungen, die ich jeder und jedem empfehle.

Das Thema ist freilich nicht journalismusspezifisch, denn schon in der Schule nahmen wir Goethes Werther durch und erstaunt zur Kenntnis, dass sich damals nach der Lektüre viele junge Menschen umbrachten. Seither hat sich das Stichwort „Werther-Effekt“ eingebürgert.

Andererseits gibt es aber – dem Himmel sei Dank! – auch Phänomene, von denen man sagen kann, dass da jemand „mit gutem Beispiel vorangegangen“ ist: 1) Niggemeier selbst zählt zu den positiven Erscheinungen im Medienjournalismus, der sich zuverlässig-kritisch zu Wort meldet. Und obwohl er nicht unumstritten ist, verlieh ihm 2) der Südwestrundfunk (SWR) in Stuttgart am 18.11.2009 den Hans-Bausch-Media-Preis.

Bleibt nur noch, dem Qualitätsjournalismus unermüdlichen Aufwind zu wünschen und darüber hinaus zu appellieren, dass Querdenkern in dieser Medienlandschaft immer angemessen Platz an prominenter Stelle eingeräumt wird! „Mit gutem Beispiel vorangegangen“ erfährt in diesem Blog in loser Folge Fortsetzungen und ist als Rubrik in den gedruckten und gesendeten Magazinen dieser Rupublik sicherlich ein so aufmerksamkeitsziehendes Element wie Leserbriefe oder Karikaturen!

Keine Kommentare