Archiv für die Kategorie 'Literatur'

Nov 06 2017

Mit Pseudonym frei schreiben, was Spaß macht

Autor: . Abgelegt unter Literatur

Sanne Hipp ist ein Pseudonym. Ihre Romane  erfreuen sich einer wachsenden Fan-Gemeinde, ohne dass sie jedermann oder jederfrau enthüllt, was sie publiziert.

Seit wann schreibst Du und seit wann veröffentlichst Du?

Sanne Hipp: Da ich immer starkem Zeitdruck ausgesetzt war, hatte ich keine Zeit für ein Hobby gefunden. Bis zu dem Zeitpunkt, als die Kinder ausgezogen waren. Ich suchte etwas, das kreativ ist und nur Spaß macht. Da belegte ich einen Fernkurs zum „Schreibhandwerk“, und es war das erste Mal, dass ich mich weiterbildete, ohne dass es mit meinem Beruf zu tun hatte. Bald fragte ich mich: Was möchtest du gerne schreiben? Da ich beruflich damals sehr im Stress war, war es für mich klar: was Einfaches, was einen leicht in die Handlung zieht und von der Arbeit „runterbringt.“ Und da ich eine frauenliebende Frau bin, stand für mich fest: mein (erstes) Genre wird der lesbische Liebesroman. Januar 2013 habe ich begonnen zu schreiben, und vier Monate später meinem ersten Roman publiziert, ohne eine Ahnung vom Plot oder von der Figurenentwicklung zu haben. Das Layout, die Covergestaltung habe ich in professionelle Hände abgegeben. Das Ganze wurde trotzdem ein Erfolg. Der Roman hat sich mehrere tausend Mal verkauft.

Wie viele Pseudonyme hast Du Dir zugelegt?

Hipp: Mittlerweile sind es drei. Es könnten durchaus vier werden 😉, falls ich eines Tages das Genre des Krimis bedienen wollte … Ich habe mir vorgenommen, für jedes Genre ein eigenes Pseudonym zu verwenden. Die Leserin sollte beim Kauf schließlich eine gewisse Verlässlichkeit haben.

Ist es schwer, das Schreiben zu verheimlichen – vor Nachbarn, beim Bäcker/Metzger, im Kreis der KollegInnen?

Hipp: Vor Nachbarn und Freunden verheimliche ich das Schreiben nicht, die merken ja, wenn ich morgens nicht mehr ins Büro gehe. Die meisten wissen, dass ich schreibe, aber nicht was. Freunde kennen mein Pseudonym, die Verwandtschaft nur zum Teil, oder nur ein Pseudonym. Denn das zweite ist völlig anonym.

Was empfiehlst Du anderen, die auch unter Pseudonym veröffentlichen wollen?

Hipp: Einen Impressum-Service zu beauftragen, für den Fall, sie publizieren selbst. Damit ist das Impressum vor Gericht hieb-und stichfest, da der Klarname und die Adresse hinterlegt sind, wenn es mal zu juristischen Auseinandersetzungen kommen sollte, falls jemand ohne mein Wissen Texte kopiert, etc. Publikationen über einen Verlag sind kein Thema, das geht auch mit Pseudonym.

Du probierst gerade aus, wie nützlich ein Ausstieg auf Zeit ist. Kommen da nicht Fragen, wie Du Dein Sabbatical verbringst?

Hipp: Das Sabbatjahr ist für mich eine zeitliche Befristung, in der ich prüfe, ob ich vom Schreiben leben kann. Ohne ein monatliches Festgehalt zu leben, bedeutet nun erst einmal eine Umstellung, die man sich leisten können muss. „Einfach pausieren, Abstand gewinnen, neu sortieren“ ist meine Antwort bei Kollegen und weitläufigeren Bekannten, die mich danach fragen, warum ich aus meinem Beruf ausgestiegen bin. Ich muss nicht jedem und jeder meine Beweggründe und mein Genre verraten.

Unerkannt zu publizieren bedeutet doch auch, auf Lesungen verzichten zu müssen, oder?

Hipp: Ich verzichte sehr gerne auf Lesungen. Da ich beruflich immer im Rampenlicht stand, sei es durch Organisation und Führung von Meetings, dem Abhalten von Vorträgen etc., hatte ich es auch irgendwann satt, immer eloquent vorne stehen zu müssen und Dinge „zu verkaufen“, die gar nicht meine sind. Ich genieße es jetzt, am Schreibtisch zu sitzen und einfach zu schreiben. Dass meine Bücher sich verkaufen, ist für mich Bestätigung genug.

Wo behinderte das Pseudonym mehr, wo bedeutet es größere Freiheit?

Hipp: Mein Pseudonym behindert mich nicht. Im Gegenteil. Ich brauche auf nichts Rücksicht zu nehmen. Kann darüber schreiben, was mir durch den Kopf geht, oder mir schlichtweg einfach nur Spaß macht. Das ist ungewohnt für mich und eine riesengroße Freiheit! 😊

Sanne Hipp auf Facebook: https://www.facebook.com/susann.ho.9

Website: https://sannehipp.jimdo.com/

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Sep 03 2017

Hoffnungsträger & Hurtig zu neuen Kursen

Autor: . Abgelegt unter Kultur,Literatur

Wer kennt noch das Wort „hurtig“? Ich sammle alte Wörter. Der Duden nimmt immer neue Wörter auf und wirft (angeblich) veraltete aus seinen Seiten. Doch aus dem Langzeitgedächtnis tauchen diese dann trotzdem immer wieder auf. Und wenn man sie dann nicht gleich am Schlafittchen packt, schwirren sie heil- und ziellos durch die Lande. Es scheinen sich viele Menschen dieses Themas anzunehmen: Wenn man bei google „bedrohte Wörter“ eingibt, werden ungefähr 126.000 Ergebnisse in 0,50 Sekunden aufgelistet. Und selbstverständlich steht in meinem Regal „Das große Lexikon der bedrohten Wörter“ von Bodo Mrozek …

Das beweist: Ausgedientes markiert nicht das Ende

Diese Überschrift wählte ich allerdings für die Rezension eines brandneuen Buches, dessen Handlung auf einem Recyclinghof angesiedelt ist. Philipp, Sohn eines „Gutmeiners“, hat sich hier anheuern lassen, als er gerade nach einer abgebrochenen Lehre nicht wusste, welchen Weg er einschlagen sollte. Inmitten der Berge des Weggeworfenen fasst Philipp Vertrauen in seine Möglichkeiten und findet seine Perspektive. Der Roman „Mein Leben als Hoffnungsträger“ ist sehr feinsinnig und leichtfüßig formuliert von dem Schweizer Autor Jens Steiner.* Die ganze Rezension und weitere Buchtipps gibt es hier zu lesen > http://journalismus-und-mehr.com/tipp25.php

Weitere Neuigkeiten aus dem Nähkästchen:

Im Herbst starten neue Kurse „kreativ schreiben“ in Aichwald, Nördlingen und Schorndorf. Termine sind hier zu finden > http://journalismus-und-mehr.com/lesehimmel.php Für die TeilnehmerInnen in Schorndorf ist erstmals eine Exkursion im Programm: Wir wollen uns im Märchengarten in Ludwigsburg inspirieren lassen zu Haupt- und Nebenfiguren. Denn diese haben wie die Dornröschen, Rapunzel oder Rotkäppchen auf ihrem Weg zur Reifung Misslichkeiten zu überwinden und Mutproben zu bestehen.

Solche schreibanregenden Exkursionen können auch direkt bei mir verabredet/gebucht werden: Sei es der Besuch einer Imkerei oder eines Museums, ein Einmachkurs (saure Gurken & schreiben) oder körperlicher Ausdruck im Tanz & schreiben … Es gibt viele Momente, da wünscht man sich, nicht nur ein Ausdrucksmittel zur Verfügung zu haben bzw. verfeinern zu können. Warum dann nicht vernetzen, was man gerne in Kombination ausprobieren möchte!?

VORSCHAU: In meinem Nähkästchen ist ein ganz besonderes Bonbon, das in diesem Monat noch das Licht der Welt erblicken wird. Ich sage nur > LIEBE … so weit das Auge reicht. Mehr wird vorerst nicht verraten!

Jens Steiner. Mein Leben als Hoffnungsträger. Roman, 190 Seiten. Arche Literatur Verlag Zürich-Hamburg, 2017, ISBN 978-3716027646, 18

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Mai 30 2017

Nach dem Mord ein Bier im „Hirsch“?

Autor: . Abgelegt unter Kultur,Literatur

An der Universität Leipzig gibt es eine Namensberatungsstelle. Dort arbeitet Gabriele Rodríguez, die einzige Namenforscherin Deutschlands, die sich auf Vornamen spezialisiert hat. Eltern und Standesämter können bei ihr die Zulässigkeit, Schreibweise oder Geschichte von Vornamen prüfen und sich beraten lassen. Sie weiß auch um die Vorurteile gegenüber Vornamen wie Kevin oder Maximilian. Nicht nur um sie zu entkräften hat sie nun das Buch „Namen machen Leute – Wie Vornamen unser Leben beeinflussen“ geschrieben. Es erscheint am 19. Juni 2017 bei Komplett-Mediea.

Nicht nur junge Eltern suchen mitunter lange, bis sie sich für einen Vornamen für das erwartete Kind entscheiden. Auch Roman-AutorInnen haben manchmal ihre liebe Not und verwerfen diese und jene Namen, weil sie möglichst die richtigen Assoziationen provozieren wollen. Denn: Namen verknüpfen wir mehr oder weniger automatisch mit einem oder mehreren Attributen – meist unbewusst. Wie Komplett-Media vorab beschreibt, geht das „sogar so weit, dass Lehrer Kevin und Justin nicht nur weniger zutrauen als Alexander oder Maximilian, sie benoten sie mitunter auch schlechter. Und das bei gleicher Leistung. Aber wer kommt auch auf die Idee, sein Kind Bierstübl, Pumuckl, Schnuckelpupine und Usedom zu nennen? Zwei dieser Namen wurden übrigens tatsächlich zugelassen. Bitte raten Sie doch, welche ;-)“

Andere Namensfindungsprobleme tun sich bei der Bezeichnung der Location auf, wenn ein Roman entsteht. Lasse ich die Akteure an fiktiven Orten auftreten oder konkret in Aalen auf der Ostalb, wo ich mich auskenne und den Brunnen beschreiben kann, in den das Mordopfer fällt? Könnte da die Stadt etwas dagegen haben? Lasse ich den Bösewicht als Stammgast im „Hirsch“ einer realen Gemeinde verkehren oder sieht dadurch dessen Wirt sein Image beschädigt? Kann das quengelnde Kind der Protagonistin mit einem Hamburger bei Mc D… erst beruhigt und dann krank werden oder ruft das deren Rechtsanwalt auf den Plan?

Mit dieser Problematik beschäftigt sich u. a. Hans Peter Roentgen in seinem Blog, wo es auch noch weiterführende Hinweise gibt, weshalb ich hier vorerst nicht viele Worte dazu mache. https://hproentgen.wordpress.com/2017/05/27/marken-und-namen-in-romanen/

Nach derart strapaziösen Überlegungen ist Erholung angesagt – zum Beispiel mit einem Buch. Dass dies wie Medizin wirken kann, haben Wissenschaftler an der Yale Univerity erforscht. Sven Stillich schrieb darüber im ZEIT-Magazin: /www.zeit.de/2017/10/literatur-lesen-gesundheit-studie

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Mrz 15 2017

Memoiren: Jürgens Jugendstreiche und Marthas Mundgeruch ungefragt verewigen?

Autor: . Abgelegt unter Kultur,Literatur

Wann darf ich eine Person ohne ihr Wissen in meinem Lebensrückblick erwähnen? Das ist eine häufige Frage, wenn jemand seine Erinnerungen verschriftlichen will. Es geht um das Allgemeine Persönlichkeitsrecht und wie sich das mit der Meinungsfreiheit und der Freiheit der Kunst vereinbart. Dazu bat ich Marcus Remmele, Rechtsanwalt aus Stuttgart, um ein Interview. Er antwortete mit einem Essay:

♠ Wer sein Leben, seine Erlebnisse und Erfahrungen in persönlichen Memoiren festhält, spricht oft auch über andere Personen, die dabei eine wichtige Rolle spielen. Je nach dem was berichtet wird und gerade dann, wenn es nicht so positiv ist, kann sich die Frage stellen, ob es bei der Veröffentlichung zu Problemen und rechtlichen Auseinandersetzungen kommen kann. Wenn das passiert, können dabei Streitigkeiten mit ungewissem Ausgang und Schadensersatzforderungen, Gerichts- und Rechtsanwaltskosten drohen. Hier ein Überblick, welche Punkte in solchen Fällen eine Rolle spielen können.

Von Meinungsfreiheit, Freiheit der Kunst und dem Allgemeinen Persönlichkeitsrecht

Wenn einzelne Person in Geschichten, Berichten oder Kommentaren eine Rolle erkennbar werden, dies aber nicht wollen, stehen sich unterschiedliche Interessen gegenüber. Das betrifft ganz grundsätzliche Rechte der Beteiligten.

Nach dem Grundgesetz steht jedem zu, seine Meinung frei zu äußern und das auch in Texten festzuhalten. Journalisten können sich zudem auf die Pressefreiheit berufen. In Einzelfällen kann auch die Öffentlichkeit daran interessiert sein, Informationen zu erhalten, zum Beispiel bei politischen Ereignissen. Dementsprechend hat nach dem Grundgesetz auch jeder das Recht, sich aus frei zugänglichen Quellen zu informieren. Romane, Fantasiegeschichten, Karikaturen, Satire und ähnliches werden auch durch die Freiheit der Kunst ermöglicht.

Auf der anderen Seite steht das allgemeine Persönlichkeitsrecht jedes einzelnen, mit dem jeder selbst entscheiden kann, ob und inwieweit er die Öffentlichkeit an seinem Leben teilhaben lassen möchte. Dieses Recht kann im Einzelfall auch wichtig werden, da je nach Information das Image und der Ruf einer Person nachhaltig beeinträchtigt und dauerhaft geschädigt werden können. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht kann verletzt sein, sobald Informationen über einen Betroffenen ohne dessen Einwilligung weitergegeben oder veröffentlicht werden. Als rechtliche Möglichkeiten gibt es dagegen zum Beispiel Unterlassungsansprüche, um eine (weitere) Veröffentlichung zu verhindern oder Schadensersatzansprüche für eingetretene Schäden.

Rechtliche Beurteilung von Konflikten

Bei Konflikten wird quasi in einer Bestandsaufnahme abgewogen, wer sich auf welche Rechte berufen kann und welche Interessen im Einzelfall stärker sind und sich durchsetzen. Bei Äußerungen über andere Personen spielt dabei die Unterscheidung zwischen Meinungsäußerungen und Tatsachenbehauptungen eine zentrale Rolle.

Meinungen beinhalten ein persönliches Werturteil, dem man sich entweder anschließen oder es eben anders sehen kann. Da das Recht auf freie Meinungsäußerung ein wichtiges Grundrecht ist, ist es auch entsprechend weit gefasst. Zulässig sind deshalb Äußerungen völlig unabhängig davon, ob sie von anderen als nützlich, wertlos oder überflüssig eingestuft werden. So ist es grundsätzlich zulässig, das Verhalten anderer Personen zu kritisieren und dabei auch „deutliche Worte“ oder einen „schärferen Tonfall“ zu benutzen. Die Grenze dabei ist erreicht und wird überschritten, wenn nicht mehr eine sachliche Auseinandersetzung im Vordergrund steht, sondern es darum geht, andere öffentlich herabzuwürdigen oder zu beleidigen, was regelmäßig der Fall ist, wenn andere mit Schimpfwörtern angegangen werden.

Tatsachenbehauptungen sind dagegen Äußerungen, die objektiv nachprüfbar sind. Weil die Behauptung von Tatsachen stärker wirken können als subjektiv geprägte Meinungen, gibt es dazu auch engere Grenzen. Können Äußerungen das Ansehen von Personen beeinträchtigen, kann das als üble Nachrede strafbar sein, wenn die Richtigkeit von behaupteten Tatsachen im Zweifelsfall nicht nachgewiesen werden kann, bei der absichtlichen Verbreitung falscher Tatsachen als Verleumdung. Wenn Informationen über eine Person zwar zutreffen, kann der Betroffene dennoch ein berechtigtes Interesse daran haben, dass diese nicht öffentlich werden.

Das allgemeine Persönlichkeitsrecht sichert jedem einzelnen einen Bereich zu, in dem private und intime Informationen geheim bleiben sollen. So muss es jemand beispielsweise nicht hinnehmen, dass eine Krankheit, an der er leidet, offenbart wird oder dass Details aus seinem Liebesleben bekannt werden. Anders kann das sein, wenn an diesen Informationen ein Interesse der Öffentlichkeit bestehen kann, so etwa, wenn eine Person in einer exponierten Stellung Verantwortung hat und sich die Frage stellt, ob sie dieser mit einer eingetretenen schweren Krankheit noch gerecht werden kann oder wenn Verbindungen zwischen Personen politische oder gesellschaftliche Bedeutung haben könnten. Es spielt auch eine Rolle, ob sich jemand freiwillig in den Fokus der Öffentlichkeit begeben hat. Ein bekannter Politiker muss zum Beispiel mehr „hinnehmen“ als eine Person, die weniger oder gar nicht in der Öffentlichkeit steht oder stand. Das gleiche kann der Fall sein, wenn Personen den Kontakt zu den Medien bewusst suchen.

Der Schutz der Persönlichkeit des Einzelnen endet auch nicht mit dem Tod. Auch nach dem Tod hat jede Person noch einen Anspruch auf Achtung. Dabei geht es in erster Linie darum, dass Darstellungen oder Berichte die Ehre und Würde des Verstorbenen nicht verletzen. Negative Informationen können das natürlich eher bewirken als positive. Entscheidend ist der Aussagegehalt der Informationen sozusagen im „Gesamtpaket“. Je nach Zielrichtung oder Schwerpunkten kann ein Eindruck über eine Person bei einem Leser entstehen oder auch bewusst erreicht werden.

Im Einzelfall können Nuancen entscheiden über die Rechtslage und den Ausgang eines möglichen Rechtsstreites. Verlässliche Prognosen lassen sich in vielen Fällen nicht aufstellen. Eine Richtschnur kann sein, dass im Zweifel eher Meinungen, also zum Beispiel persönliche Eindrücke und Bewertungen geäußert werden sollten als bloße Tatsachen zu behaupten, da hierfür der geschützte Bereich weiter ist. Im Idealfall willigen Betroffene einer Veröffentlichung ein. Um mögliche Konflikte zu vermeiden, empfiehlt sich ggf. vorab die Klärung rechtlicher Fragen und die Einschätzung von Risiken. ♠

Herzlichen Dank an Marcus Remmele!

Er beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Marken-, Design- und Urheberrecht und wirtschaftsrechtlichen und medienrechtlichen Fragen. www.ra-remmele.de / www.facebook.com/raremmele

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Dez 11 2016

Postfaktisch / MEZIS / Kurse 2017

Autor: . Abgelegt unter Allgemein/Politik,Alltag,Literatur

Für dieses Jahr ist der letzte Kurs gehalten – neue Termine 2017 siehe unten. Damit ist zwar rein faktisch die Luft etwas raus, wenn auch postfaktisch die Ideen sprießen (ja sogar „wuchern“), weil viele Impulse mich erreicht und bereichert haben. Allein: die Zeit drängt, das Jahr zu Ende zu bringen. Mit manchem Kopfschütteln zwar, worüber ich mich hier eigentlich ausschütten möchte, was aber wiederum aus Zeitnot unterbleibt. Nur mit LINKs kann ich „wuchern“, immer in der Hoffnung, dass meinen LeserInnen die Zeit reicht, diese aufzurufen.

Zum Auftakt einer zum Wort des Jahres > postfaktisch. Hier kann man sich über diverse Ansichten und Erklärungen dazu informieren: https://www.perlentaucher.de/9punkt/2016-12-10.html?nle_id=6916 Und weil es im letzten Posting um Bettelbriefe und Unterstützungswürdiges ging: Ja, den „Perlentaucher“ kann man unterstützen, er leistet nützliche Arbeit, ich lasse mich darüber via Newsletter informieren.

Sehr nützlich ist auch die Arbeit von MEZIS. Das ist die Abkürzung für „Mein Essen zahl‘ ich selbst“, ein Zusammenschluss unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte, von deren Aktivität ich in diesem Blog schon berichtete. Nun hat MEZIS zum Thema „Leben – Eine Kostenfrage?!“ getagt und ein Manifest für bezahlbare Medikamente und eine bedarfsgerechte Arzneimittelforschung beschlossen, hier nachzulesen: https://www.mezis.de/

EIN Kopfschütteln möchte ich aber doch ausbreiten: als ich Mitte November bei einem Facharzt anrief und um einen Termin fürs Frühjahr bat, erhielt ich zunächst die Antwort: „Wir sind 2017 aber schon ausgebucht.“ Wenn ich schlapp gewesen und schockiert geschwiegen hätte, wäre ich also leer ausgegangen. Das scheint so zu sein wie bei Betrieben, die die festen Wartungstermine ihrer Stamm-Kundschaft im Kalender stehen haben und darüber hinaus eigentlich Kundenabwehr betreiben. Womöglich, um auf Notfälle reagieren zu können? Nein, sagte mir ein anderer Facharzt: Wenn Sie akut was haben, müssen sie ins Krankenhaus. Dazu passt dann die Debatte um das Verhalten in den Notfallpraxen der Krankenhäuser – sowohl das der PatientInnen als auch das des diensthabenden Personals. Es ist überall schwer, die Spreu vom Weizen zu trennen, und genau hinsehen (differenzieren!) macht Mühe!

Kreativ Schreiben > KURSE 2017:

Aichwald: 11.3. (Sa); Kurs: 22.3. / 17.5. / 5.7.2017 (Mi)

Nördlingen: 25.3. / 6.5.2017 (Sa)

Ostfildern: 16.3. / 27.4. (Do)

Schorndorf: 8.3. / 29.3. / 10.5. / 31.5. / 28.6. (Mi)

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Okt 16 2016

Kabarett ist mehr als Witze zum Lachen & Vorsicht bei Mundart im Text / Herbsttermine

Autor: . Abgelegt unter Kultur,Literatur

Sissy Perlinger machte gerade Bühnenpause, als ich partout eine Kabarettveranstaltung als Geburtstagsgeschenk brauchte. Wer trat statt dessen in Reichweite auf? Wenn man mit einem Namen nichts verbindet, vermittelt evtl. Youtube Programmausschnitte. Und man soll ja Unbekannten auch eine Chance geben; jede/r hat mal klein angefangen.

Wir landeten bei einem Duo, das bereits seit mehreren Jahren Säle füllt. Einiges war auch ganz witzig. Es ist nicht so, dass wir nicht gelacht hätten. Aber manchmal sahen wir uns doch über den Brillenrand (die Stirn leicht gekräuselt) etwas ratlos an. Wir waren an rechtschaffene Comedians geraten. Kabarett ging anders!

Es gibt sehr gute Comedians. Olav Schubert zähle ich dazu. Oder ist er mehr Satiriker? Schon lange suche ich nach einer Definition, die die Unterschiede zwischen den „Spaßmachern“ und den Kabarett auf den Punkt bringt. Nun habe ich endlich aus dem Mund von Werner Schneyder in der Talkshow „3 nach 9“ eine schlüssige gehört: „Kabarettisten machen einen Witz, um etwas zu erhellen; sie nehmen das Lachen in Kauf, aber Verblüfftsein genügt. Comedians machen einen Witz, damit die Leute lachen.“ (14.10.2016) Schneyder, Jahrgang 1937, nennt sich übrigens einen „Universaldilettanten“ und „hauptberuflichen Meinungsträger“.

Die Liste deutscher Comedians ist lang – siehe > http://www.comedy-shows-tickets.de/deutsche-comedians-liste-who-is-who Einige Namen – wie Dieter Nuhr und Urban Priol –  sind sowohl unter den Kabarettisten als auch unter den Comedians aufgeführt. Kann sein, dass diese Künstler nicht nur „erhellen“, sondern auch jene ansprechen, die lediglich ihre Lachmuskeln trainieren wollen. (Oder man nimmt es mit den Kategorien nicht allzu genau.)

Wer es schon mal versucht hat, weiß, dass es nicht einfach ist, witzig zu schreiben. Bei den Printmedien – man sieht ja weder Mimik noch Gestik – werden Glossen gelegentlich missverstanden. Bei Mundart-Texten erwartet man eher, dass etwas auf die Schippe genommen wird. Doch Mundart will gekonnt sein – schreiberisch gekonnt.

Apropos Mundart, Jargon und sonstige Färbungen. Sie sind gelegentlich sinnvoll, um Protagonisten authentisch auftreten zu lassen. Dazu empfehle ich eine Diskussion bei der „Textwache“ über „Slang, Modewörter und Jugendsprache – Wie umgangssprachlich sollte oder kann ein Text sein?“ >  http://www.textwache.de/textwache-diskutiert/oktober-2016/

Für die Herbstkurse „kreativ schreiben“ sind Anmeldungen möglich in

  • Ostfildern für den 8. & 29.11.2016 sowie in
  • Nördlingen für den 19.11. & 10.12.2016 (jeweils VHS)
  • Der Kurs ist Schorndorf ist schon gestartet und kann noch eine/n „Spätberufene/n“ aufnehmen beim 2. Teffen am 9.11. – Näheres unter > http://journalismus-und-mehr.com/lesehimmel.php

 

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Aug 11 2016

Flurfunk & Impulse von der Spülmaschine

Autor: . Abgelegt unter Literatur,Sonstiges

„Wenn ich nochmal jung wär …“ Das ist das Titelthema der ZEIT diese Woche. Ich kenne nur die Vorschau, in der es heißt: „Ich sehe was, was du nicht siehst – 25 Prominente erzählen von ihren späten Einsichten, die für Jüngere heute hilfreich sein können.“ Herrje, wieder so ein zeitloses Thema, das man zu jeder Jahreszeit platzieren kann …

Aber ja! Nur her damit! Ich sammle solch zeitlose Themen für meine Kurse! Mit einigen kreativen Gernschreiberinnen traf ich mich gestern zu einer außerordentlichen Sitzung. Wir wollten der Idee, eine öffentliche Lesung zu veranstalten, auf den Grund gehen. Herausgekommen ist jede Menge lockere Plauderei, bei der wir viel gelacht haben. Ja, Gernschreiberinnen lachen meiner Erfahrung nach oft und aus vollem Herzen, sind weder „gestrige“ Blaustrümpfe, noch abgehobene TheoretikerInnen! Eines unserer zeitlosen (Plauder-) Themen war „Spülmaschine aus- und einräumen in Partnerschaften“. Das gibt jede Menge her, wie wir feststellten. Und keine Erfahrung ist wie die andere!

Einsichten vermitteln, die überraschen und auch noch unterhaltsam sind, verdient eine gute Note in der professionellen Schriftstellerei. Doch haben natürlich jene Bücher oder Kurzgeschichten die Nase vorn, die ihren LeserInnen großen Freiraum für eigene Phantasien (Projektionen und Schlüsse) lassen.  Nichts ist nervtötender, als felsenfeste Weisheiten haarklein und als unverrückbar serviert zu bekommen. Ähnlich nervtötend ist die abschätzige, aber wenig originelle Schmähung „Wer schreibt, der bleibt“ – nach dem Motto: Ihr habt ja eh nix Lohnendes zu sagen und damit ab in die Mottenkiste der blasierten FaslerInnen und überflüssigen MöchtegerndichterInnen.

Die Jagd nach Geschichten ist groß und alt und kommt nicht aus der Mode. Wer kennt ihn nicht – den „Flurfunk“? Auch da kann man sich bestens unterhalten, manchmal auch gruseln. Sehr lebendig wird es, wenn es um Beziehungen geht. „Hast du schon gehört …“ hat meist kein Haltbarkeitsdatum und ist oft durch keinerlei Gegenrecherche „dingfest“ gemacht. Trotzdem hören wir gerne zu. Wir spinnen Gehörtes auch gerne weiter. Manches regt uns gelegentlich zu neuen Geschichten an, die zu guter Letzt evtl. ganz anders geartet sind – vielleicht mit einer Pointe enden, die so unverwechselbar ist, dass sie sich einprägt.

Der „Flurfunk“ hat es leichter als eine Lesung, sofern er Brisantes verbreitet und Tag für Tag für neue, aufregende Nahrung sorgt. KünstlerInnen der Malerei- und Skulptur-Szene haben es leichter mit ihren „EndverbraucherInnenn“ als GeschichtenschreiberInnen, die das Stillsitzen ihres Publikums erfordern. Skulpturen kann man fotografieren, ein Gemälde mit nach Hause tragen und an die Wand hängen – was tut man mit gehörter Prosa? Richtig! Wem sie gefällt, der fragt, ob er sie gedruckt (oder neuerdings auf CD) erwerben kann. Und weil der Schritt zum Büchlein (ob auf Papier oder auf Scheibe) etliches an Aufwand bedeutet, sammeln wir lieber noch mehr Geschichten, bevor wir uns in das Abenteuer Lesung stürzen. Themen haben wir ja genug. Siehe Spülmaschinen-Twist.

Und was fiele mir zur Weitergabe in punkto „Wenn ich nochmal jung wäre …“ ein? Ich bereue, dass ich nicht Tagebuch geschrieben habe als junge Volontärin bei der Lokalzeitung, denn „die Geschichte hinter der Geschichte“ wäre heute in vielen Fällen ein lesenswertes Zeitzeugnis. Mit der Frische der Jugend festhalten, was einem zu denken gibt, wo Widersprüche klaffen, wo sinnvolle Wendungen zum Greifen nahe sind und wodurch sie letztlich verfehlt werden – es ist nicht mit der Sicht von damals rückholbar. Und inzwischen wirkt das damals Verstörende, Aufschreckende oder Bewunderte sehr viel selbstverständlicher dank jahrelanger Sozialisation in den Furchen des „Erwachsenwerdens“, in den Fängen der fortschreitenden Berufserfahrung oder „Karriere“.

Ansonsten reizt mich das Gedankenspiel, nochmal jung zu sein und andere Verhaltensweisen dafür zu überlegen oder gar zu empfehlen, gar nicht. Weniger unbedarft und dadurch weniger vorlaut zu sein? Gerade das hat es doch gebracht damals! Vielleicht hätte ich während der Schulzeit von meinen Eltern dazu genötigt werden sollen, ein Instrument zu lernen, weil das heute der Nutzung meiner Gehirnhälften dienlich wäre. Aber ob mich das nicht zum Bockigsein gebracht hätte, weiß ich beim besten Willen nicht zu beurteilen, weil ich mich in das Kind von damals nicht mehr hineinversetzen kann. Ich weiß nur, zusätzlicher Unterricht in Mengenlehre (die damals noch nicht üblich war) ging schief, weil ich seine Notwendigkeit nicht einsah und er mir deshalb lästig war. Die Lehrerin bei uns auf dem Dorf bot ihn übrigens gratis an für jene, von denen sie annahm, dass es sich für diese lohne …

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Aug 02 2016

Kopfkino: Namen sind nicht Schall und Rauch!

Autor: . Abgelegt unter Literatur

Neulich im Kurs „kreativ schreiben“ hieß eine Protagonistin „Renate“. Sie war etwa um die 28, so dass ich die Verfasserin der Geschichte fragte, ob ihr ein nicht in „jüngerer“ Vorname einfalle, denn alles hat seine Zeit – auch die Mode der Vornamen wechselt. Später sah ich im Internet nach: „Renate“ hatte Hochkonjunktur zwischen 1937 und 1954, in meinem Geburtsjahr war er bereits auf Rang 11 abgerutscht.

Namen sind nicht Schall und Rauch, sie beschwören gewisse Assoziationen herauf. Unter „Fatima Faulhaber“ stelle ich mir eine andere Figur vor als unter „Siegfried Samstag“ oder „Isabelle Freudichdrauf“. Es ist deshalb eine gute Übung, Namen um der Assoziationen willen zu erfinden, und daraus Mini-Geschichten entwickeln. Diverse Portale geben im Internet über beliebte Vornamen Auskunft, zum Beispiel > http://www.beliebte-vornamen.de/ Bestimmt klicken das werdende Eltern häufig an, aber es gibt auch für GernschreiberInnen jede Menge her. Zumal man auch Bedeutungsforschung treiben kann und auf Assoziationen zu Prominenten stößt. Es geht ja immer darum, das Kopfkino zu „füttern“:

Mit „Don Quichotte“ verbindet man den Kampf gegen Windmühlen, „Werther“ steht für die Epoche „Sturm und Drang“, Goethe und Selbstmord incl. etlicher Nachahmungstaten. Bei „Alice“ spazieren die Gedanken ins „Wunderland“ oder zu „Emma“ bzw „Feminismus“. Harte Prüfungen, Niederlagen und Durchhaltewillen kennzeichnen Scarlett O’Hara in dem Kultfilm „Vom Winde verweht“.

Apropos Niederlagen: „Vom Scheitern und Wiederaufstehen“ haben die 9. Nordwalder Biografietage als Überschrift gewählt und starten damit am 23.9.2016 ab 14 Uhr im Rathaus Nordwalde. Zum Thema „Shit Happens – aus Fehlern lernen“ hält Dr. Christoph Mandl, Uni Hohenheim, die Einführungsrede. Zusammen mit Prof. Dr. Andreas Kuckertz erstellte er die Studie „Gute Fehler. Schlechte Fehler“, die Ende 2015 erschien. Die Veranstaltung orientiert sich an dem Modell der sogenannten Fuck-up-Nights. Diese Bewegung nahm 2012 in Mexiko ihren Anfang, um das Scheitern von StartUps öffentlich zu teilen. Näheres zu den Nordwalder Biografietagen > http://www.biografische-kommunikation.de/

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Jul 05 2016

Lockere Texte willkommen – App als Weckruf

Autor: . Abgelegt unter Alltag,Literatur

Sich mit Literatur den Tag versüßen – das Kopfkino zitiert Pendler mit Schmökern herbei oder die sonnige Mittagspause im Park mit einem E-Book-Reader. Seit Dezember 2015 ist eine weitere Spielart auf dem Markt: „Literiki“ – eine App, die Menschen fröhlich aufwachen lassen will.

Die Idee dazu hatte eine Lehrerin in der Schweiz, Isabella Hoegger. Derzeit startet sie Aufrufe nach „jungen“ Texten, die sie von Profi-SprecherInnen einlesen lässt. Vier bis fünf Monate Vorlaufzeit rechnet sie. Texte, die jetzt eingesandt werden und zum Konzept passen, kommen ab Januar 2017 als leichtfüßiger Schubs in den Tag aufs Handy. Wer sie tagsüber noch einmal zur Aufmunterung hören will – das ist möglich. Doch am nächsten Tag jedoch ist eine andere Geschichte dran.

Weitere Einzelheiten > www.literiki.com Auf der Homepage kann man in eine Kostprobe reinhören, die App selbst kann man drei Tage kostenlos testen. Interessant für AutorInnen: Verlangt sind ca. 2000 Zeichen, akzeptierte Beiträge werden mit 45 Euro honoriert. Auf Literiki.com findet man die Fotos von jenen, deren Geschichten den Tagesauftakt erleichtern/bereichern (sollen) sowie einen Link zu deren Homepage. Eine gute Idee!

NEUES in eigener Sache: „Hässliche Socken zu kurzen Hosen …“ so beginnt die jüngste Folge der Schreibanlässe, die ich auf Facebook veröffentliche. Diesmal geht es um Ärgernisse des Sommers.

https://www.facebook.com/Memo-Reporting-183531688502805/

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Mai 02 2016

Von einer Trostliste & vom Schreiben zur Selbstentfaltung

Autor: . Abgelegt unter Literatur

Verkannte Bestseller: Eschbachs Trostliste

Gut vernetzt zu sein hat Vorteile. Einen davon will ich schnell weitergeben: Dank des Autorenbriefes von Autorenhaus.de erfuhr ich von der Liste der „Abgeblitzten“, die Andreas Eschbach veröffentlicht. Er selbst ist Bestseller-Autor und nennt es „Trostliste für Verlagssuchende“ > http://url9.de/Xoz

Dass Harry Potter fast nicht das Licht der großen weiten Welt erblickt hätte, ist inzwischen hinlänglich bekannt, dass es Astrid Lindgren mit ihrer Pippi Langstrumpf 1944 ähnlich erging, ist wahrscheinlich nicht (mehr) im Bewusstsein der Öffentlichkeit. Auch „Schlafes Bruder“ befindet sich auf der Liste, womit Robert Schneider nach 27 Absagen schließlich internationalen Erfolg einheimste. Auch Stephen King und Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing sind schon mit Manuskripten bei Verlagen abgeblitzt.

Natürlich kann sich niemand, der eine gründliche Überarbeitung seiner Texte scheut, auf diese Trostliste berufen und nur von der Hoffnung allein ausgehen, dass sein Werk schon noch von Erfolg gekrönt wird. Aber zu viele Selbstzweifel sind fehl am Platz. Man kann aber immer dazulernen. Auch hierbei erweist sich der Internetauftritt von Andreas Eschbach als Fundgrube.

Wer das Schreiben als Ausdruckform für sich entdeckt hat, tut gut daran, sich dieser Tätigkeit täglich zu widmen. Alle Schreibratgeber ermuntern dazu und nennen Methoden, wie der „innere Schweinehund“ zu überwinden sei. Es gibt sie natürlich – die „ewigen Ankündiger“. Bei jeder Gelegenheit wiederholen sie die Absicht ein Buch zu schreiben, aber wenn das Gegenüber nachhakt, ist noch kein Strich in der Richtung geschehen, steht kein Gerüst, die Antwort bleibt nebulös.

Mir als Berufsschreiberin fällt es oft schwer, mir Hemmnisse zu vergegenwärtigen, die vom Schreiben abhalten. Bei mir ist der „innere Schweinehund“ höchstens mit dem verbunden, was man in meiner Jugend „Leibesübungen“ nannte und worin ich immer schlechte Noten hatte. Sprich: Körperliche Ertüchtigung – ob nun joggen, Gymnastik oder Ergometer. Inzwischen sprang mich schon mehrfach der Satz an: „Sitzen ist das neue Rauchen!“ Man kann es auch übertreiben mit dem Angstmachen – auch wenn Bewegungsarmut wirklich das Gegenteil von gesund ist. Dennoch: Der Satz zeugt von pfiffiger Kreativität!

Selbstentfaltung: Schreibend Co-Autor des eigenen Lebens werden

Schreiben kann aber auch mit heilender Wirkung verbunden sein und zu neuen Lebensmustern verhelfen. Dies hat Liane Dirks dokumentiert in ihrem Buch „Sich ins Leben schreiben – Der Weg zur Selbstentfaltung“, erschienen 2015 im Kösel-Verlag und absolut empfehlenswert. Auch jene in meinen Schreibkursen, die es sich angeschafft haben, sind davon begeistert.

„Schreibend kann man frei für Neues werden“, steht im Klappentext. Darauf kriegt man auch richtig Lust angesichts der Sprache, die die Seele freundlich streichelt. Die Autorin ist ausgebildete Gesprächstherapeutin und nimmt ihre LeserInnen auf überzeugende Weise mit auf die Reise zum eigenen Selbst, setzt Impulse und hat dieses kreative Konzept sehr gut durchdacht. Man erfährt, wie man sich rüstet („Mut, Vertrauen, Offenheit – die besseren Seiten der Angst“) und welche Rückschläge es geben kann. Allein das lohnt schon die Lektüre, von ihr angestiftet zu werden, ist dann die Krönung! Wie ein vom Veralg veröffentlichtes Feedback anmerkt, ist „ein Quantum Abenteuerlust ist dabei durchaus hilfreich!“ Letztlich steckt Versöhnung zwischen den Zeilen, wenn man sich traut, sich ein wenig zu riskieren.

Liane Dirks. Sich ins Leben schreiben. Der Weg zur Selbstentfaltung. Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 240 Seiten, 19,90 €, ISBN: 978-3-466-34615-8

http://www.randomhouse.de/Buch/Sich-ins-Leben-schreiben/Liane-Dirks/Koesel/e481430.rhd#buchInfo5

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