Archiv für das Tag 'Stuttgarter Zeitung'

Jun 15 2015

STN+STZ-Fusion macht uns ärmer!

Autor: . Abgelegt unter Allgemein/Politik

Zwei Redaktionen gehen auf in einer. Wirklich große „Marktbeschicker“. Das passiert in Stuttgart. „Zukunftssicherung“ muss als Argument dafür herhalten. Tja, wenn die Abo-Preise sich nur noch Gutverdienende leisten können und die Anzeigenpreise auch nicht nachgeben …

Hier kann man sich einem Protest anschließen:

http://www.kontextwochenzeitung.de/medien/219/wir-fordern-pressevielfalt-2943.html – „David kämpft für Goliath“ heißt die Kampagne der Kontext:Wochenzeitung. Die Unterschriftenliste wächst!

Nicht vergessen: Medienvielfalt hilft Demokratie sichern!

Obermylau Spaz Mauer

Wie komme ich darauf, dieses Foto für dieses Thema als passend zu empfinden?

Bin gespannt auf Ideen dazu!

Interview mit Bärbel Kerber über“DAS INNERE KORSETT“ Wie Frauen dazu erzogen werden, sich ausbremsen zu lassen“ in Kürze!

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Aug 10 2009

Harmlose Schlager auf dem Index

Autor: . Abgelegt unter Allgemein/Politik,Alltag,Kultur

Suchen – wer kennt das nicht – kann ganz schön nerven. Es war mir jedenfalls nicht vergönnt, eine Liste all dessen zu finden, was schon mal auf dem Index des Bayerischen Rundfunks gestanden hat. Vom „Scheibenwischer“ (Einzelsendungen) ist es mir aus meiner Jugendzeit bekannt. Aber dass auch der Bossa Nova …

Was ist eigentlich ein Bossa Nova? Ein dunkelhaariger gut aussehender Mann, besungen von Manuela (1948 – 2001), die damit 1963 quasi übernacht als Schlagerstar bekannt wurde? Nein, es ist ein Tanz, der jungen Mädchen einst gefährlich werden konnte. Diese Gefahr wurde diskret in der Liedzeile ausgedrückt: „Doch am nächsten Tag fragte die Mama: ‚Kind, warum warst du erst heut’ morgen da?‘“

Tja, wie leicht hätte das in Bayern auf dem Tanzboden zur Nachahmung animieren können! Deshalb durfte das Lied im BR nicht mehr auf den Plattenteller. Wie gut, dass man dank der Wiederholung eines Manuela-Porträts im NDR heute daran erinnert wird, wie fürsorglich man damals Gefährdendes in der Schublade verschwinden ließ.

Drafi Deutscher (1946 – 2006) erging es 1965 mit seinem Hit „Marmor, Stein und Eisen bricht“ nicht besser als Manuela. Doch der Grund war hier ein anderer: Sprachsensible wollten keine falsche Grammatik verbreiten. Denn es waren mehrere Gegenstände, die als bruchsicher besungen wurden. Und da hätte es „Marmor, Stein und Eisen brechen“ heißen müssen.

Solchermaßen Standpunkt zeigen, sensibel reagieren – heute ist das längst aus der Mode, wird belächelt.

Um so herziger wirkt ein Ausrutscher wie dieser Satz: Wer hat sich so was ausdenkt? Das fragte sich am Samstag Katja Bauer in der Stuttgarter Zeitung angesichts der Kanzler-U-Bahn. Der Satz stand da ganz ohne Anführungszeichen und wirkte wie ein Seufzer aus tiefster Seele. Der Autorin war diese (mutmaßlich schwäbische) Redewendung entwischt, was sicher Kritiker auf dem Plan ruft. In ihr pulsierte aber noch das Herzblut, das die tragische Geldverschwendung für den U-Bahnstummel hervorquellen ließ. In korrekter Sprache hätte man dies nie und nimmer so brühwarm transportieren können!

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