{"id":971,"date":"2013-02-23T14:37:42","date_gmt":"2013-02-23T12:37:42","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/?p=971"},"modified":"2017-09-18T20:47:38","modified_gmt":"2017-09-18T18:47:38","slug":"blutleer-gebildet-aber-ohne-lebenserfahrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/archives\/971","title":{"rendered":"Blutleer: gebildet, aber ohne Lebenserfahrung"},"content":{"rendered":"<p>Wut warmhalten + abrufen. Gut, Gerhard! <a title=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/newsartikel\/2013\/02\/zeit-fuer-zorn\/\" href=\"http:\/\/t.co\/Od32mtQdXN\" target=\"_blank\">http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/newsartikel\/2013\/02\/zeit-fuer-zorn\/\u00a0\u2026 <\/a><span style=\"color: #0000ff;\"><strong>So lautet mein 980. Tweet.<\/strong><\/span> Ja, Sie finden mich auf <strong><em>Twitter<\/em><\/strong>, und auch dort besch\u00e4ftige ich mich haupts\u00e4chlich mit Medien, deren Echo und Qualit\u00e4t. Die Kontextwochenzeitung habe ich in diesem Blog schon vor einiger Zeit vorgestellt. Der Hinweis jetzt bezieht sich auf ein Interview mit dem Mediensekret\u00e4r Gerhard Manthey im Verdi-Fachbereich Medien, Kunst und Industrie.<\/p>\n<p>Da dieser Tage das <span style=\"color: #0000ff;\">Jahrbuch f\u00fcr Journalisten 2013*<\/span> erschien, befasse ich mich gerade verst\u00e4rkt mit Trends in der Print-Branche. Die medialen Entwicklungen sind vielerorts lange Zeit fehlinterpretiert worden, mit der Konsequenz, dass am falschen Ende gespart und nicht clever genug querfinanziert wurde. In einem breiten Korridor herrscht Konsens dar\u00fcber, was zu beklagen ist, aber \u00e4nderbar w\u00e4re.<\/p>\n<p>Neben den Rahmenbedingungen gibt auch noch eine Art \u201eBinnenverfasstheit\u201c von JournalistInnen, die ebenfalls zu Buche schl\u00e4gt. Das greifen Gerhard Manthey und seine Gespr\u00e4chspartner in kontext unter dem Stichwort <span style=\"color: #0000ff;\">\u201eHaltung\u201c<\/span> auf. Seit Jahrzehnten wird dem Gros der Journalisten nachgesagt, sie seien reformrestistent, auf Rituale eingeschworen und nur von m\u00e4\u00dfiger Berufsleidenschaft beseelt, wenn sie erst mal fest im Sattel sitzen. Nicht nur, dass sie es vornehmlich mit den Eliten pflegen, nein \u2013 sie lassen auch jene in ihren Reihen abblitzen, denen nicht der astreine \u201eStallgeruch\u201c anhaftet. Fr\u00fcher, als es noch mehr Quereinsteiger gab, war das nicht so drastisch. Doch in gewissen Abst\u00e4nden habe ich es immer wieder in Gremien erlebt.<\/p>\n<p><em><strong>Erfahrungen anderswo bereichern das Rechercheverm\u00f6gen<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Seit 1980 festigt sich meine (idealistische!) Meinung, dass man erst Journalist werden sollte, nachdem man schon in einem anderen Metier dem Wind um die Nase standgehalten hatte. Es klingt vertraut, wenn Manthey sagt: \u201eWir haben Menschen, die eine tolle Bildung haben, aber die noch nichts erlebt haben. Und die, die nichts erlebt haben, werden losgelassen, zu sammeln, zu sichten, zu ordnen. Dem Anspruch werden sie eigentlich nicht gerecht. Es sei denn, sie w\u00fcrden sich t\u00e4glich gemeinsam drum bem\u00fchen. Aber sie haben die Zeit nicht mehr und werden zugedeckt mit Schrott.\u201c<\/p>\n<p>Wer tiefer in das Thema einsteigen m\u00f6chte, sollte sich <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>\u201eEcht wahr! Wie Journalisten die Wirklichkeit erz\u00e4hlen\u201c*<\/strong><\/span> zu Gem\u00fcte f\u00fchren. Jenseits des mainstreams, der sich weiterhin qu\u00e4lt und wo eine \u201eHaltung\u201c wegen Harmoniebed\u00fcrfnis und Eigenheim, Studium der Kinder etc. manchmal zu riskant ist, gibt es Ph\u00e4nomene, die aufhorchen lassen. Man muss nicht immer das Stichwort \u201eLandlust\u201c bem\u00fchen, das Gegenteil davon w\u00e4re vielleicht Vice Deutschland. Von welchen Impulsen man sich dann inspirieren lassen m\u00f6chte, h\u00e4ngt wiederum mit der \u201eHaltung\u201c zusammen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><em>\u00dcbrigens:<\/em><\/span> Meine Haltung, m\u00f6glichst nah am Alltag berichten zu wollen, erwies sich oft genug als ziemlich strapazi\u00f6s. Es war weniger schwierig, komplizierte Zusammenh\u00e4nge zu recherchieren oder kompetente Gespr\u00e4chspartner zu interviewen, als mit jenen auf des Pudels Kern zu kommen, die keinerlei Erfahrung im Umgang mit Presse hatten und \u00fcber das Wesen von Medien nie n\u00e4her nachgedacht hatten. Ich empfehle trotzdem, hin und wieder zu versuchen, neue Quellen jenseits mikrofongeschulter Zeitgenossen aufzuschlie\u00dfen. Wer sensibel ist, kann hierbei in besonderer Weise etwas \u00fcber den Beruf des Journalismus lernen!<\/p>\n<p>* www.oberauer.com\/pressenews\/498\/<\/p>\n<p>** www.kursbuch-echtwahr.info\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wut warmhalten + abrufen. Gut, Gerhard! http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/newsartikel\/2013\/02\/zeit-fuer-zorn\/\u00a0\u2026 So lautet mein 980. Tweet. Ja, Sie finden mich auf Twitter, und auch dort besch\u00e4ftige ich mich haupts\u00e4chlich mit Medien, deren Echo und Qualit\u00e4t. Die Kontextwochenzeitung habe ich in diesem Blog schon vor einiger Zeit vorgestellt. 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