{"id":945,"date":"2012-12-14T16:00:12","date_gmt":"2012-12-14T14:00:12","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/?p=945"},"modified":"2017-09-18T20:47:38","modified_gmt":"2017-09-18T18:47:38","slug":"21576-e-pro-haushalt-fur-ardzdf-bei-billig-produziertem-koch-talk-uberhang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/archives\/945","title":{"rendered":"215,76 \u20ac pro Haushalt f\u00fcr ARD\/ZDF bei billig produziertem Koch- &#038; Talk-\u00dcberhang"},"content":{"rendered":"<p>Rundfunkgeb\u00fchren hei\u00dfen ab 1.1.2013 <span style=\"text-decoration: underline;\">Haushaltsabgabe<\/span>. Ich gebe zu, ich bin bei dem Thema nicht ganz unbefangen, da ich zur 2. Auflage <span style=\"color: #ff00ff;\"><strong>\u201eARD \/ ZDF und UNSER Geld\u201c<\/strong> <\/span>das Vorwort schrieb. Das Thema liegt mir am Herzen, weil die Unzufriedenheit mit unserem Rundfunksystem w\u00e4chst. Es z\u00e4hlt zwar insgesamt zu den besseren auf dieser Welt, hat aber eben auch seine Schattenseiten, die offenbar niemand so recht aufs Korn nehmen und schon gar nicht antasten will. Deshalb finde ich gut, dass Wolfgang Schwab hinterfragt, ob die \u201eZwangsabgabe\u201c gerecht ist.<\/p>\n<p>Der Autor ist ehemaliger Rundfunkgeb\u00fchrenbeauftragter und hat einen unbestechlichen Gerechtigkeitssinn. Seit ich ihm 1997 erstmals begegnete, hat mich das Thema nicht mehr losgelassen, unter anderem weil<\/p>\n<p>&#8211; sich J\u00fcngere sehr gerne den privaten TV-Sendern zuwenden und sich damit als Zielgruppe (f\u00fcr Werbung und journalistisch-solide Nachrichten) verd\u00fcnnisieren<\/p>\n<p>&#8211; die Staatsferne der \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender gewissenhafter \u00dcberwachung bedarf, damit das in sie gesetzte Vertrauen nicht getr\u00fcbt wird<\/p>\n<p>&#8211; sich die Zahlungswilligen oft nicht wiederfinden in den unz\u00e4hligen Koch- und Talkshows sowie zahlreichen Wiederholungen und dennoch keinen Einfluss auf die Programmgestaltung aus\u00fcben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mit der 1. Auflage gab Wolfgang Schwab bereits Anst\u00f6\u00dfe, die \u00c4nderungen nach sich zogen. Schon damals <em>(ich stand ihm bei Recherchen und mit meiner Feder zur Seite)<\/em> \u00e4rgerten mich zwei Haltungen:<\/p>\n<p>a)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<b>&#8220;Wegen der paar Kr\u00f6ten regt sich in Deutschland doch niemand auf!&#8221;<span style=\"color: #ff0000;\">* <\/span><\/b>Zahlreich sind jene, die z\u00e4hneknirschend ihren Obolus entrichteten, aber ansonsten mit Demokratie und Medien in Ruhe gelassen werden wollen und somit die <span style=\"color: #0000ff;\">Brisanz des Themas ignorieren<\/span>.<\/p>\n<p>b)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<b>Mangelnde\u00a0Bereitschaft zur Transparenz bei Machern bzw. Verantwortlichen.<\/b>\u00a0Erst Jahre sp\u00e4ter durften wir die H\u00f6he von Intendantengeh\u00e4ltern erfahren, obwohl wir die ja finanzieren (w\u00e4hrend die Besoldung von Kanzler, Minister etc. seit jeher nachgeschlagen werden kann).\u00a0Doch wie hoch sind die Aufwandsentsch\u00e4digungen f\u00fcr die zahlreichen Rundfunk- und Fernsehr\u00e4te? <span style=\"color: #0000ff;\">Und in welcher Weise vertreten sie die Interessen der Nutzer?<\/span> Dazu sind sie n\u00e4mlich von gesellschaftlich relevanten Gruppierungen in diese Gremien entsandt. Abgesehen davon, dass l\u00e4ngst neu definiert werden m\u00fcsste, was heutzutage als \u201egesellschaftlich relevant\u201c einzustufen ist, bleibt der \u00d6ffentlichkeit <span style=\"color: #0000ff;\">verborgen<\/span>, was in diesen Gremien beraten und beschlossen wird.<\/p>\n<p>In diesem Thema steckt noch viel, das der gr\u00fcndlichen Aufarbeitung bedarf. Doch zun\u00e4chst geht Schwabs zweite erweiterte Auflage auf die Haushaltabgabe ein, die ab 1.1.2013 jeden trifft. Ist sie gerecht oder ungerecht? Wo sind Nachbesserungen geboten? Wo muss dem gesamten geb\u00fchrenfinanzierten System konsequenter auf die Finger geschaut werden? Was sind seine Kernaufgaben?<\/p>\n<p>Mehr Einnahmen als mit der seitherigen Regelung sind prognostiziert, ein weiterer Verlust an Kreativit\u00e4t, Vielfalt und Qualit\u00e4t des Programms ebenfalls. Das kann sich nur \u00e4ndern, wenn eine <strong><span style=\"color: #ff00ff;\">Lobby gut informierter basisnaher Mediennutzer<\/span> <\/strong>an Boden und Einfluss gewinnt. Das Buch \u2013 es enth\u00e4lt \u00fcbrigens auch den Gesetzestext \u2013 k\u00f6nnte dazu beitragen.<\/p>\n<address><strong>Wolfgang Schwab \/ Dirk A. Leibfried. ARD \/ ZDF und UNSER Geld. Zweite erweiterte Auflage. edition winterwork, 12,95 \u20ac, ISBN 978-3-86468-257-5 <\/strong><em>(Gegen Rechnung direkt bestellbar bei WWoschwa@aol.com)<strong><br \/>\n<\/strong><\/em><\/address>\n<address>\u00a0<\/address>\n<address><span style=\"color: #0000ff;\"><span style=\"color: #ff0000;\">*<\/span> &#8220;<strong>&#8230; regt sich niemand<\/strong>&#8221; ist stimmiger, denn <span style=\"color: #ff0000;\">auf<\/span>regen tun sich viele (wie \u00fcber Benzin- oder Gaspreise), aber Konsequenzen ziehen &#8211; <strong>sprich <span style=\"color: #ff0000;\">handeln<\/span><\/strong> &#8211; ist unbequem und deshalb kein allseits eingefleischtes Handlungsmuster. <\/span><\/address>\n<address>\u00a0<\/address>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rundfunkgeb\u00fchren hei\u00dfen ab 1.1.2013 Haushaltsabgabe. Ich gebe zu, ich bin bei dem Thema nicht ganz unbefangen, da ich zur 2. Auflage \u201eARD \/ ZDF und UNSER Geld\u201c das Vorwort schrieb. 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