{"id":819,"date":"2012-05-03T09:43:56","date_gmt":"2012-05-03T07:43:56","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/?p=819"},"modified":"2017-09-18T20:47:39","modified_gmt":"2017-09-18T18:47:39","slug":"wer-arbeitet-noch-am-richtigen-platz-und-mit-angemessenen-methoden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/archives\/819","title":{"rendered":"Wer arbeitet noch am richtigen Platz und mit angemessenen Methoden?"},"content":{"rendered":"<p>Nahezu Vollbesch\u00e4ftigung in Baden-W\u00fcrttemberg \u2013 so wird eine Arbeitslosenquote von aktuell ca. vier Prozent gerne interpretiert. Doch wir d\u00fcrfen sicher sein, dass aus dieser Statistik einiges heraus- und damit sch\u00f6ngerechnet ist.<\/p>\n<p>Die Verschwendung von Arbeitskraftpotential findet in Deutschland seit Jahrzehnten statt! Nehmen wir doch nur das Stichwort \u201eMobbing\u201c. Erst am 16.4.2012 machte der SPIEGEL damit als Titel auf. Es hat sich kaum etwas ge\u00e4ndert seit meinem Buch \u00fcber \u201eMobbig &#8211; kostspielige Kr\u00e4nkungen am Arbeitplatz\u201c (1998, Universum Verlag). Nach wie vor geht man dem \u00dcbel nicht an die Wurzel, Chefs d\u00fcrfen schwach und f\u00fchrungsunf\u00e4hig sein. Daran hat auch die Mode, Abl\u00e4ufe zertifizieren zu lassen, nix ge\u00e4ndert. Bei \u00dcberlastung oder Fehlbesetzung, Disorganisation oder Motivationstief hilft es in der Regel nicht, sich irgendwelchen Managementmustern zu verpflichten, solange diese M\u00e4ngel nicht behoben werden.<\/p>\n<p>Vielleicht beispielgebend: \u00dcber Tugenden im \u00d6ffentlichen Dienst hat sich <em>Christoph Bartmann<\/em>, Leiter des New Yorker Goethe-Instituts in seinem j\u00fcngsten Buch \u00fcber <strong><span style=\"color: #ff0000;\">\u201eLeben im B\u00fcro. Die sch\u00f6ne neue Welt der Angestellten\u201c<\/span><\/strong> (Hanser Verlag) Gedanken gemacht. Er pl\u00e4diert f\u00fcr \u201emehr Sachlichkeit und mehr Seriosit\u00e4t in unseren B\u00fcros\u201c. Seine Haltung entdeckt ein Interview des Deutschlandradios, nachzulesen unter http:\/\/bit.ly\/yLwocG &gt;&gt; <strong>\u201eDas Management ist sklerotisch geworden\u201c<\/strong>. \u201eSonntag aktuell\u201c zitiert Bartmann (geb. 1955 in Bad Mergentheim) am 15.4.2012: <strong><span style=\"color: #0000ff;\">\u201eIch rufe auf zum Protest. Eine Occupy-Bewegung f\u00fcr die Schreibtische und Flure dieser Welt!\u201c<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Die Betrachtungen der Arbeitswelt d\u00fcrfen nicht au\u00dfer acht lassen, dass viele Menschen das arbeiten m\u00fcssen, wozu sie weder geschaffen noch ausgebildet sind. Dass viele Begabungen und Ausbildungen nicht genutzt werden, weil jeder holzschnittartig auf seinem Speziellen besteht. Besonders f\u00fcr junge Leute ist das schlimm.<\/p>\n<p>An Fachkr\u00e4ftemangel glaube ich nicht. Es fehlen Mut und Geduld, Menschen einzuarbeiten, die nicht auf Anhieb haargenau ins Schl\u00fcsselloch passen. Dies alles betrachte ich als Verschwendung von wertvollem Potential. Dazu passt der Satz, den beliebig abzuwandeln ich empfehle: <strong>&gt;&gt;Ein Mensch von hohen, seltenen Geistesgaben, gen\u00f6tigt, einem blo\u00df n\u00fctzlichen Gesch\u00e4ft, dem der Gew\u00f6hnlichste gewachsen w\u00e4re, obzuliegen, gleicht einer k\u00f6stlichen, mit sch\u00f6nster Malerei geschm\u00fcckten Vase, die als Kochtopf verbraucht wird.&lt;&lt; <\/strong>aus Irvin D. Yalom. Die Schopenhauer-Kur. Roman.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nahezu Vollbesch\u00e4ftigung in Baden-W\u00fcrttemberg \u2013 so wird eine Arbeitslosenquote von aktuell ca. vier Prozent gerne interpretiert. Doch wir d\u00fcrfen sicher sein, dass aus dieser Statistik einiges heraus- und damit sch\u00f6ngerechnet ist. 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