{"id":702,"date":"2011-09-25T22:34:14","date_gmt":"2011-09-25T20:34:14","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/?p=702"},"modified":"2017-09-18T20:47:40","modified_gmt":"2017-09-18T18:47:40","slug":"erinnerungen-fordern-mittel-zeittafel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/archives\/702","title":{"rendered":"Zeittafel ebnet Zugang zu Erinnerungen"},"content":{"rendered":"<p>Erinnerungen sind ein kostbarer Schatz! Man kann es nicht oft genug betonen und Menschen, die sich anschicken, ihre Memoiren zu schreiben, motivieren und versuchen zu inspirieren!<\/p>\n<p>Wenn Kinder (meist sind sie jenseits der 40 Jahre alt) fragen: \u201eWie kann ich meine Eltern dazu bewegen, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben?\u201c, lautet die Standardantwort, sie sollen bei zwanglosen Unterhaltungen \u00fcber \u201efr\u00fcher\u201c einfach ein Mikrophon auf den Tisch stellen und mit dem Tonband die alten Geschichten aufzeichnen. (Diktierger\u00e4te sind weniger auff\u00e4llig und tun den gleichen Dienst.)<\/p>\n<p>Manchmal ist das aber nicht m\u00f6glich, weil ein Mikro die Situation verf\u00e4lschen und die Unterhaltung verzerren w\u00fcrde. Dann ist es eine gute M\u00f6glichkeit, eine \u201eZeittafel\u201c anzulegen. Das ist eine Tabelle mit drei Spalten. In der ersten stehen die Jahreszahlen, in der mittleren die Ereignisse und die dritte bleibt frei. Diese kann sp\u00e4ter f\u00fcr zeitgeschichtliche Ereignisse genutzt werden oder stellt Zitate besonders heraus oder nimmt Kommentare von Zeugen (Verwandte, Freunde, Nachbarn oder andere Zeitzeugen) auf.<\/p>\n<p>Sind ganz links erst mal die Jahreszahlen eingetragen, kann man zun\u00e4chst bruchst\u00fcckhaft Ereignisse in der Mitte zuordnen. Geburtsjahr \/ strenger Winter, geboren w\u00e4hrend eines Schneesturms \u2026 Oder anderes Beispiel: 1950 \/ Heirat in Bochum, Hochzeitsreise zu Fu\u00df mit Rucksack \u2026<\/p>\n<p>Diese Stichworte helfen, Interesse bei der zu interviewenden Person zu wecken. So dass vielleicht von selbst kommt: \u201e1951 bin ich vier Wochen ohne Arbeit gewesen und habe auf einem Bauernhof ausgeholfen. Damals haben wir die \u00c4hren noch mit der Hand zusammen gebunden \u2026\u201c Oder man kann nachfragen, ob der Schneesturm Einfluss auf die Geburt hatte, beispielsweise auf das Kommen der Hebamme oder den herbei eilenden Vater, der vielleicht auf dem glatten Pflaster im Hof ausgerutscht ist.<\/p>\n<p>Viele Geschichten kennen die J\u00fcngeren ja schon, so dass das Augenmerk vor allem auf Zusammenh\u00e4ngen (dem Kontext) und Details liegt. Die Interviewer werden zum Stichwortgeber und k\u00f6nnen die Tabelle mit den Ausk\u00fcnften best\u00fccken. Der oder die Befragte k\u00f6nnen noch mal eine Nacht dar\u00fcber schlafen (oder mehrere N\u00e4chte) und die Tabelle wieder und wieder zu Hand nehmen. Wenn die Erinnerungen einmal in Gang gekommen sind, purzeln oft \u00fcberraschend viele Einzelheiten in die Gegenwart.<\/p>\n<p>Manche Senioren sind bald selbst Feuer und Flamme und notieren, was \u201evon damals\u201c pl\u00f6tzlich wieder lebhaft vor ihren Augen steht. Und seien es nur Stichworte, die bei der n\u00e4chsten \u201eErinnerungskonferenz\u201c mit Leben gef\u00fcllt und in die Tasten des Laptops geklopft werden.<\/p>\n<p>Wichtig ist, die Sequenzen \u00fcberschaubar zu halten, keine zu gro\u00dfen Zeitabschnitte in einer \u201eSitzung\u201c abhandeln zu wollen. Das Projekt braucht Zeit, Geduld und zwischendurch immer wieder \u201eLuft zum Atmen\u201c. Nur dann macht es allen Beteiligten Spa\u00df!<\/p>\n<p><em>Demn\u00e4chst: Wie man mit Ausschm\u00fcckungen, Widerspr\u00fcchen oder Plausibilit\u00e4tsproblemen umgeht.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erinnerungen sind ein kostbarer Schatz! Man kann es nicht oft genug betonen und Menschen, die sich anschicken, ihre Memoiren zu schreiben, motivieren und versuchen zu inspirieren! Wenn Kinder (meist sind sie jenseits der 40 Jahre alt) fragen: \u201eWie kann ich meine Eltern dazu bewegen, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben?\u201c, lautet die Standardantwort, sie sollen bei zwanglosen Unterhaltungen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_s2mail":"yes","footnotes":""},"categories":[6],"tags":[337,341,340,339,338],"class_list":["post-702","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-alltag","tag-erinnerungen","tag-mikrophon","tag-tabelle","tag-tonband","tag-zeittafel"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/702","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=702"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/702\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1441,"href":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/702\/revisions\/1441"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=702"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=702"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=702"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}