{"id":545,"date":"2010-11-24T13:22:40","date_gmt":"2010-11-24T11:22:40","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/?p=545"},"modified":"2017-09-18T20:47:42","modified_gmt":"2017-09-18T18:47:42","slug":"achtung-offentlichkeit-fur-welche-adressaten-gebe-ich-auskunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/archives\/545","title":{"rendered":"Achtung \u00d6ffentlichkeit: F\u00fcr welche Adressaten gebe ich Auskunft?"},"content":{"rendered":"<p>Stellen Sie sich vor, sie sitzen einer Redakteurin der Zeitschrift<span style=\"color: #ff00ff;\"> \u201eBrigitte\u201c <\/span>gegen\u00fcber, die Sie nach Ihrer Befindlichkeit, Ihren Einsch\u00e4tzungen und Zielen fragt. Bei all Ihren Antworten haben Sie begreiflicherweise die Zielgruppe dieser Zeitschrift im Hinterkopf. Sie verraten Sie etwas mehr von ihrer weiblichen Seite, jenen Bef\u00fcrchtungen und \u00c4ngsten, die viele in dieser Zielgruppe sehr gut kennen. So schafft man Identifikation.<\/p>\n<p>W\u00fcrden Sie anders antworten, Anderes preisgeben, wenn Sie von einem Redakteur des <span style=\"color: #ff00ff;\">\u201eSpiegel\u201c<\/span> interviewt w\u00fcrden? Dessen Zielgruppe unterscheidet sich in mehreren Facetten von den Brigitte-Leserinnen. Oder antworten wir unbesehen der Adressaten, die wir erreichen, informieren, unterhalten wollen?<\/p>\n<p>Letztes ist unwahrscheinlich. Auch PolitikerInnen behalten das normalerweise im Auge. Erstens ist es g\u00e4ngige Praxis, in allen m\u00f6glichen Medien zitiert zu werden. Zweitens kann es vorkommen, dass solche Interviews von v\u00f6llig anderen Zeitungen aufgegriffen werden. Beides evtl. in einem anderen Kontext.<\/p>\n<p>So thematisierte die Stuttgarter Zeitung (StZ) am 19.11.2010 unter der \u00dcberschrift <strong><span style=\"color: #008000;\">\u201eDie eigene Schw\u00e4che als Schutzmantel\u201c<\/span><\/strong>, dass die Momente \u201erar\u201c sind, \u201ein denen Politiker ihre verletzbare Seite zeigen\u201c und st\u00fctzt sich dabei auf das Beispiel von Andrea Nahles: <strong><a href=\"http:\/\/bit.ly\/eB0Ko5\" target=\"_blank\">http:\/\/bit.ly\/eB0Ko5<\/a><\/strong> Die Autorin des Artikels scheint dar\u00fcber zu staunen, dass die Politikerin (40, hochschwanger) \u201eirritierend pers\u00f6nlich\u201c von problematischen Blutwerten und anderen Details erz\u00e4hlt. Sie analysiert, warum Andrea Nahles so offenherzig von ihren \u00c4ngsten \u2013 auch beruflicher Natur \u2013 spricht. So weit, so professionell.<\/p>\n<p>F\u00fcr meine Beratung\/Seminare in Sachen \u201e\u00d6ffentlichkeitsarbeit\u201c ist das ein anschauliches Beispiel daf\u00fcr, dass man zwar zielgruppenspezifisch denken soll, aber immer auch dar\u00fcber hinaus orientiert bleiben muss. Grundsatz: Es sitzen meistens mehr Leute am Tisch, als man sich vorstellt. Dies meint bildhaft, die Zitierf\u00e4higkeit muss stets aus mehreren Blickwinkeln abgeklopft werden. Wer k\u00f6nnte was analysieren, interpretieren, missverstehen?<\/p>\n<p>Ein anderes Beispiel: Ich selbst wurde unl\u00e4ngst davon \u00fcberrascht, dass meine Erfahrungen als Kind einer Vertriebenen pl\u00f6tzlich weltweit abrufbar waren und sind: <strong><a href=\"http:\/\/bit.ly\/e1JIv0\" target=\"_blank\">http:\/\/bit.ly\/e1JIv0<\/a><\/strong> Im Haus der Geschichte in Stuttgart war die <strong><span style=\"color: #000080;\">I<\/span><span style=\"color: #000080;\">ntegration der Heimatvertriebenen nach 1945 <\/span><\/strong>wochenlang ein Ausstellungsthema, wor\u00fcber Susanne Nielsen im German Radio in Tampa, Florida, berichtete. Mich befragte sie dazu sozusagen als \u201elebendes Beispiel\u201c. F\u00fcr ihr Publikum \u2013 \u00fcberwiegend \u00e4ltere Deutschst\u00e4mmige \u2013 erz\u00e4hlte ich von den wehm\u00fctigen Heimatliedern, die in meiner Kindheit eine Rolle spielten. Ausgewanderte oder deren Kinder w\u00fcrden sich in diesen Kontext gut hineindenken k\u00f6nnen. Ich brauchte einige Zeit, um zu \u201everdauen\u201c, dass der \u201eMitwisserkreis\u201c sich nun ausweiten w\u00fcrde \u2026<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/df_funksendung2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-546\" title=\"df_funksendung\" src=\"http:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/df_funksendung2-233x300.jpg\" alt=\"\" width=\"233\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/df_funksendung2-233x300.jpg 233w, https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/df_funksendung2.jpg 550w\" sizes=\"auto, (max-width: 233px) 100vw, 233px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stellen Sie sich vor, sie sitzen einer Redakteurin der Zeitschrift \u201eBrigitte\u201c gegen\u00fcber, die Sie nach Ihrer Befindlichkeit, Ihren Einsch\u00e4tzungen und Zielen fragt. 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