{"id":537,"date":"2010-11-19T16:12:08","date_gmt":"2010-11-19T14:12:08","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/?p=537"},"modified":"2017-09-18T20:47:42","modified_gmt":"2017-09-18T18:47:42","slug":"heute-schon-getwittert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/archives\/537","title":{"rendered":"Heute schon getwittert?"},"content":{"rendered":"<p>Man hat mir gesagt: Newsletter ist \u201eout\u201c, Bloggen auch. Ich wollte es nicht glauben. Ich r\u00e4ume zwar ein, dass manches anders geworden ist, seit ich twittere und in facebook einem engen Kreis mitteile, dass ich gerade dieses oder entdeckt habe oder herbei sehne, aber ich meine, die alten Kommunikationsschienen verdienen immer noch Respekt und \u201etraffic\u201c.<\/p>\n<p>Seit ich twittere muss ich mich manchmal zwingen, mich in mehr als 140 Zeichen zu \u00e4u\u00dfern. Es ist wahnsinnig verf\u00fchrerisch, knapp zu bleiben, wenn man es erst mal verinnerlicht hat! Und bei Twitter schwingt immer mit, dass die Meldung Nutzwert haben muss. Procedere: Ich lese etwas Wichtiges\/Interessantes, kopiere die www-Adresse, lasse sie vom \u201eShortener\u201c k\u00fcrzen und <em><span style=\"text-decoration: underline;\">teile sie mit jenen, die mir<\/span><\/em> auf Twitter <strong><em>folgen<\/em><\/strong>.<\/p>\n<p>Jenen, auf deren Erkenntnisse, Netzfunde, Weisheiten ich neugierig bin, <strong><em>folge<\/em><\/strong> <span style=\"text-decoration: underline;\">ich.<\/span> So erfahre ich, was dem Kabarettisten Dieter Nuhr gerade eingefallen ist, oder wo ich etwas \u00fcber Autorenvermarktung abrufen kann, oder welche Lesegewohnheiten bestimmte Schriftsteller haben. Das hei\u00dft, mir wird ein Link zu einer Information angeboten. Welche der Links ich\u00a0 aufrufe, ist letztlich meine Entscheidung. Sich \u00dcberblick \u00fcber meine M\u00f6glichkeiten zu verschaffen, ist echte Arbeit. Deshalb halte ich die Schar derer, denen ich folge (= deren Hinweise ich auf den Bildschirm bekomme), klein.<\/p>\n<p>Man darf sich nicht nerv\u00f6s machen. Selbstbeschr\u00e4nkung ist gefragt. Nat\u00fcrlich kann ich mir sehr viel mehr \u201eVerf\u00fchrungen\u201c zum Weiterlesen schicken lassen. Doch zufriedener lebt (so meine These), wer nur so viel zul\u00e4sst, wie er oder sie bew\u00e4ltigen kann. Als Absender teste ich derzeit beispielsweise Mitteilungen von einem Psychologen\/Pers\u00f6nlichkeitstrainer, dem schon erw\u00e4hnten Kabarettisten, einer Redenstrafferin, der \u00f6rtlichen Tageszeitung und einigen Menschen aus der Literaturszene. Manchmal \u201e<em>entfolge<\/em>\u201c ich einem dieser Partner und probiere, was ein anderer zu bieten hat.<\/p>\n<p>Twitter l\u00e4dt mich t\u00e4glich ein, diesen Kreis zu erweitern, indem er immer neue Profile anbietet, die zu den von mir bevorzugten Themen passen. Aber das Zeitbudget ist sowieso immer zu knapp. Anders ausgedr\u00fcckt: Es g\u00e4be <strong>immer <\/strong><span style=\"text-decoration: underline;\">mehr Interessantes, als man aufnehmen<\/span>, verarbeiten, verkraften kann. Deshalb muss man ausw\u00e4hlen und \u00fcberzeugt sein, die richtige Mischung (die man ja von Zeit zu Zeit ver\u00e4ndern kann) an sich heranzulassen. Und daraus dann auch nur das Wichtige n\u00e4her zur Kenntnis zu nehmen. Ohne diese Schranken bzw. einen gut funktionierenden Eigenfilter wird man ungl\u00fccklich.<\/p>\n<p><strong>By the way<\/strong>: <em>Ich habe noch nie einen Zeitungsleser getroffen, der sein Blatt von A bis Z ohne Auslassung durchgelesen hat.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man hat mir gesagt: Newsletter ist \u201eout\u201c, Bloggen auch. Ich wollte es nicht glauben. Ich r\u00e4ume zwar ein, dass manches anders geworden ist, seit ich twittere und in facebook einem engen Kreis mitteile, dass ich gerade dieses oder entdeckt habe oder herbei sehne, aber ich meine, die alten Kommunikationsschienen verdienen immer noch Respekt und \u201etraffic\u201c. 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