{"id":356,"date":"2010-06-02T15:59:01","date_gmt":"2010-06-02T13:59:01","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/?p=356"},"modified":"2017-09-18T20:47:43","modified_gmt":"2017-09-18T18:47:43","slug":"dieser-text-ist-mir-was-wert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/archives\/356","title":{"rendered":"&#8220;Dieser Text ist mir was wert&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Es ist so viel von Werten die Rede und man soll sie hoch halten. Wie geht das eigentlich? Im zwischenmenschlichen Bereich kann man sich freundlich bedanken, sich f\u00fcr einen Gefallen revanchieren, eine kleine Aufmerksamkeit schenken. F\u00fcr eine nette Geste, f\u00fcr gro\u00dfz\u00fcgiges Entgegenkommen, f\u00fcr einen n\u00fctzlichen Tipp.<\/p>\n<p>Es gibt Tipps und Orientierungshilfen, die von vorn herein etwas kosten. Individuelle Beratung bei der Verbraucherzentrale, beim Anwalt oder bei einer Psychologin\/\u00c4rztin zum Beispiel. Dar\u00fcber hinaus gibt es eine F\u00fclle von Informationen gratis. Sie alle m\u00fcssen irgendwie querfinanziert werden. Das hei\u00dft, aufgrund einer anderen Geldquelle muss es sich der Informant leisten k\u00f6nnen, sein Wissen, seine Reportage usw. kostenlos zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>Es ist eine Binsenweisheit, dass niemand etwas zu verschenken hat. Trotzdem hat im Journalismus die (Selbst-) Ausbeutung von je her einen Fu\u00df in der T\u00fcr. Da die Einnahmen aus den Inseraten bei den gedruckten Medien schon l\u00e4ngere Zeit sinken, gehen immer mehr Verlage dazu \u00fcber, ihre Artikel im Internet gegen Bezahlung anzubieten.<\/p>\n<p>Warum eigentlich nicht etwas honorieren, das einen \u201ebereichert\u201c? Okay \u2013 bei knappem Geldbeutel mag jeder eingesparte Cent wertvoll sein. Doch nicht alle Schn\u00e4ppchenj\u00e4ger beziehen niedrige Eink\u00fcnfte. Andererseits: Wer sich einmal mit dem Bezahlsystem geplagt hat, weil er unbedingt einen bestimmten Artikel lesen wollte, dem mag die Lust auf gerechte Entlohnung des Angebots vergangen sein.<\/p>\n<p>Doch an komfortableren Bezahlm\u00f6glichkeiten wird gebastelt und gefeilt. In absehbarer Zeit d\u00fcrften wir zwischen unterschiedlichen Modellen w\u00e4hlen k\u00f6nnen. Einstweilen kann zu diesem Thema einen \u201eMehrwert\u201c erfahren, wer sich mit dem sozialen Mikro-Bezahlsystem <strong><em>Flattr <\/em><\/strong>auseinander setzt, das sich noch in der Versuchsphase befindet: http:\/\/www.taz.de\/6\/hilfe\/flattr\/ (&#8220;To flatter&#8221; bedeutet auf Deutsch &#8220;schmeicheln&#8221;.)<\/p>\n<p>W\u00e4hrend bei <strong><em>Flattr<\/em><\/strong> noch nicht jede und jeder mitmachen kann, gibt die Tageszeitung \u201etaz\u201c ihren Leserinnen und Leserinnen Gelegenheit zur freiwilligen monet\u00e4ren Wertsch\u00e4tzung ihrer Artikel im Netz. Nach der Lekt\u00fcre eines Artikels leitet das Bekenntnis &gt;&gt; Dieser Text ist mir was wert: [taz-Kto] &lt;&lt; zur Konto-Angabe, die einem mit folgenden Worten entgegenl\u00e4chelt:<\/p>\n<p>Sch\u00f6n, dass Ihnen der Artikel gef\u00e4llt. Um unsere Arbeit zu honorieren, k\u00f6nnen Sie diese Bankverbindung verwenden: &#8230; Bestechend einfach!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist so viel von Werten die Rede und man soll sie hoch halten. Wie geht das eigentlich? Im zwischenmenschlichen Bereich kann man sich freundlich bedanken, sich f\u00fcr einen Gefallen revanchieren, eine kleine Aufmerksamkeit schenken. 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