{"id":1380,"date":"2017-01-19T07:50:51","date_gmt":"2017-01-19T05:50:51","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/?p=1380"},"modified":"2017-09-18T20:47:34","modified_gmt":"2017-09-18T18:47:34","slug":"vom-eiferertum-und-der-informationsauswahl-fuer-die-laut-thomas-kliche-jeder-selbst-verantwortlich-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/archives\/1380","title":{"rendered":"Vom Eiferertum und der Informationsauswahl, f\u00fcr die laut Thomas Kliche jede\/r selbst verantwortlich ist"},"content":{"rendered":"<p>Deutschland arbeitet sich ab am gew\u00e4hlten US-Pr\u00e4sidenten. Politische Beobachtung und Einsch\u00e4tzung sind wichtig. Aber hier ist nicht nur Eifer im Spiel, sondern es schwingt Eiferertum zwischen den Zeilen mit. Wovon zeugt das?<\/p>\n<p>Wenige Tage vor Amtsantritt dieses US-Pr\u00e4sidenten sagt der scheidende deutsche Pr\u00e4sident Gauck in seiner Abschiedsrede \u201eDemokratie ist kein politisches Versandhaus\u201c. <a href=\"https:\/\/goo.gl\/GqZhZI\">https:\/\/goo.gl\/GqZhZI<\/a> (1) Was mich nat\u00fcrlich sofort daran erinnert, dass bei fast jeder Debatte um journalistische Sorgfaltspflicht und Qualit\u00e4tssicherung danach gefragt wird, wie Hol- und die Bringschuld verteilt sind. Ist es an der Zeit, diese Frage auch in der Politik zu diskutieren?<\/p>\n<p>Um in dem Bild zu bleiben: im Versandhaus bestellt der Endverbraucher, was man haben will. Das Management kann durch Werbung Bedarf wachkitzeln, neue Produkte einf\u00fchren und so mit der Zeit Schritt halten. Es wird aber immer nur das im Sortiment haben, das sich rentiert. Anders als die Medien. Sie m\u00fcssen mehr tun, als das Erwartete zu liefern. Sie halten m\u00f6glichst umfangreich vor, was passiert, fassen zusammen, gewichten, erkl\u00e4ren und kommentieren. Das Sortiment an Vorkommnissen ist unkalkulierbar. Im Journalismus sind die Speicher immer \u00fcbervoll.<\/p>\n<p>Die F\u00fclle in der Politik ist ebenfalls kaum \u00fcbersehbar. Lobbyisten bedr\u00e4ngen sowohl Politiker als auch Journalisten. Ihr Fachwissen ist willkommen, ihr Dr\u00e4ngen auf Einfluss muss uns \u201ePolitikkunden\u201c in dauerhaftes Misstrauen bugsieren. (siehe dazu &gt; A) Aufgabe der Politik ist, nicht nur die Musik zu spielen, die bestellt wird. Antennen, die \u00fcber den Tellerrand hinaus ragen, sind oft schwierig zu vermitteln, ungeliebt, aber unverzichtbar. Unabh\u00e4ngigkeit zu beweisen ist mag schwierig, darf aber nicht unm\u00f6glich sein. Das gilt auch f\u00fcr die Verpflichtung, laufend Transparenz herzustellen.<\/p>\n<p>Politik- und Medienkunden stehen diesen Prozessen gegen\u00fcber und haben die Qual der Wahl. Denn Dunstkreise trennen sich ab. Die Macht tritt nicht einheitlich auf, auch wenn alles Gesagte oft wie ein Einheitsbrei wirken mag. <span style=\"color: #333399;\">Wie sich informieren?<\/span> Einige markige Worte dazu m\u00f6chte ich <strong>empfehlen<\/strong>. Sie sind dem Interview zu entnehmen, das Neon (Stern) mit dem Politikpsychologen <span style=\"text-decoration: underline;\">Thomas Kliche<\/span> f\u00fchrte: <strong><span style=\"color: #000080;\">&#8220;Jeder hat eine Verantwortung f\u00fcr den Schei\u00df, den er liest!&#8221;<\/span><\/strong> Er ging auf die Entwicklung ein, dass ein Medienmix die Basis ist, aus der sich die Rezipienten ihre Informationen herauspicken. <a href=\"https:\/\/goo.gl\/mIehw9\">goo.gl\/mIehw9<\/a> (2)<strong><em> Hierzu w\u00fcrde ich gerne noch mehr Theorien\/Ansichten lesen!<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Obwohl ich in der Regel f\u00fcr &#8220;nah ran&#8221; pl\u00e4diere, kann ich vor diesem Hintergrund nicht empfehlen, die Rede des AfD-Funktion\u00e4rs Bj\u00f6rn H\u00f6cke am 17.1.17 in Dresden nachzuh\u00f6ren, auch wenn Sascha Lobo viele Links dazu in seiner Kolmne bei Spiegel-Online setzt. <a href=\"https:\/\/goo.gl\/58fbLe\">https:\/\/goo.gl\/58fbLe<\/a> (3) Man dreht auch hier zum x-ten Mal am altbekannten Rad &#8211; sowohl Lobo als auch H\u00f6cke. Und warum soll man sich die Zeit mit S\u00e4tzen totschlagen wie: \u201eWir m\u00fcssen nichts weniger als Geschichte schreiben, wenn es f\u00fcr uns Deutsche und f\u00fcr uns Europ\u00e4er noch eine Zukunft geben soll. Wir k\u00f6nnen Geschichte schreiben, tun wir es.\u201c (H\u00f6cke) Den Widerk\u00e4uern etwas Neues entgegensetzen hilft m. E. mehr, als das Widergek\u00e4ute st\u00e4ndig zu betrachten und zu bekritteln. Ladenh\u00fcter m\u00f6gen sich kurzfristig gut verkaufen, aber die Zukunft haben sie nicht gepachtet.<\/p>\n<p>Und dass Politik kein Versandhaus mit herk\u00f6mmlichen Kundenservice ist, sondern von unserem Input lebt sowie hinaus gehende Visionen zur Zukunftsgestaltung pr\u00fcfen muss, kann man nicht oft genug in Erinnerung rufen. Es ist nicht damit getan, Politik zu delegieren und dann allenfalls ihre Defizite zu monieren. Vielleicht sollten dazu noch mehr Menschen das Buch \u201eDas hohe Haus\u201c von Roger Willemsen lesen (S. Fischer Verlag &#8211; siehe dazu &gt; B). Dabei bef\u00e4llt einen sehr leicht das Verlangen, den VolksvertreterInnen substanziell beizustehen. Wer dabei noch an \u201eGeschichte schreiben\u201c denkt, ist nicht ausgelastet, hat sich nicht tief genug eingelassen auf die vielf\u00e4ltige Materie. Er bleibt wohl anf\u00e4llig f\u00fcr das anf\u00e4nglich erw\u00e4hnte Eiferertum.<\/p>\n<p>A &gt; Die Lobbyarbeit zu kontrollieren hat sich <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\">www.lobbycontrol.de<\/a> vorgenommen, eine Initiative f\u00fcr Transparenz und Demokratie e.V. &#8211; Interessenten k\u00f6nnen deren aufschlussreichen Newsletter beziehen!<\/p>\n<p>B &gt;<span style=\"color: #800080;\"><strong> \u00bbMan denkt, alle Welt schaut auf dieses Haus. Und dann findet man so viel Unbeobachtetes.\u00ab <\/strong><\/span>Roger Willemsen (1955 \u2013 2016)<strong> Das Hohe Haus. Ein Jahr im Parlament. ISBN:<\/strong> 978-3-10-092109-3, \u20ac 19,99 &#8211; <em>Aus dem Klappentext:<\/em> Ein Jahr lang sitzt Roger Willemsen im Deutschen Bundestag \u2013 nicht als Abgeordneter, sondern als ganz normaler Zuh\u00f6rer auf der Besuchertrib\u00fcne im Berliner Reichstag. Es ist ein Versuch, wie er noch nicht unternommen wurde: Das gesamte Jahr 2013 verfolgt er in jeder einzelnen Sitzungswoche, kein Thema ist ihm zu abgelegen, keine Stunde zu sp\u00e4t.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/themen\/reportage\/gaucks-letzte-rede-als-bundespraesident-der-mutmacher-nimmt-abschied\/19271376.html%20\/\">1 &gt; http:\/\/www.tagesspiegel.de\/themen\/reportage\/gaucks-letzte-rede-als-bundespraesident-der-mutmacher-nimmt-abschied\/19271376.html \/<\/a>1.17<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.stern.de\/neon\/wie-dem-postfaktischen-begegnen--thomas-kliche-im-interview-7279744.html\">2 &gt; http:\/\/www.stern.de\/neon\/wie-dem-postfaktischen-begegnen&#8211;thomas-kliche-im-interview-7279744.html<\/a> \/ 17.1.17<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/bjoern-hoecke-rede-offenbart-gesinnung-kolumne-von-sascha-lobo-a-%20%20%201130551.html#spRedirectedFrom=www&amp;referrrer=http:\/\/m.facebook.com\">3 &gt; http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/bjoern-hoecke-rede-offenbart-gesinnung-kolumne-von-sascha-lobo-a- html#spRedirectedFrom=www&amp;referrrer=http:\/\/m.facebook.com<\/a> \/18.1.17<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschland arbeitet sich ab am gew\u00e4hlten US-Pr\u00e4sidenten. 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