{"id":1313,"date":"2016-02-20T19:50:43","date_gmt":"2016-02-20T17:50:43","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/?p=1313"},"modified":"2017-09-18T20:47:35","modified_gmt":"2017-09-18T18:47:35","slug":"ein-kleines-buch-hat-trotz-hindernissen-erfolg-die-2-auflage-von-namenloser-tod-ist-gestartet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/archives\/1313","title":{"rendered":"Ein kleines Buch hat trotz Hindernissen Erfolg &#8211; die 2. Auflage von &#8220;Namenloser Tod&#8221; ist gestartet"},"content":{"rendered":"<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\">Sie wird nochmal gegenw\u00e4rtig: Stefanie Blech, Jahrgang 1982, die am 20.7.2000 einen Cocktail aus Alkohol und Drogen nicht \u00fcberlebte. \u201eNamenloser Tod\u201c \u2013 mit diesem Buch will ihr Nachbar Siegfried Naujeck, dass sie nicht vergebens gestorben ist. Ohne Zeigefinger vor Sucht zu warnen ist sein Anliegen, und andererseits will er Diskussionen \u00fcber Grundwerte und \u201emodernes Leben\u201c schlechthin ansto\u00dfen. Der Dortmund Verlag brachte nun im Januar die zweite Auflage mit einem Lekt\u00fcreschl\u00fcssel heraus. Dieser stammt aus meiner Feder und enth\u00e4lt unter anderem neun Fragenbl\u00f6cke, die die Auseinandersetzung mit den vielf\u00e4ltigen Aspekten des Stoffes vertiefen m\u00f6gen.<\/p>\n<p>Nun k\u00f6nnte ich die \u00fcbliche Inhaltsangabe liefern. Doch das passt an anderen Stellen besser. In diesem Blog will ich ja gelegentlich einen Blick hinter die Kulissen erm\u00f6glichen. Vordringlich ist im Moment, dass das Buch ausschlie\u00dflich \u00fcber den Buchhandel erh\u00e4ltlich ist, weil Amazon es seit f\u00fcnf Wochen nicht schafft, den Titel online zu stellen. Abgesehen davon, dass ich selbst bei den allermeisten Gelegenheiten den \u00f6rtlichen Buchhandel einer \u201eFernbeziehung\u201c vorziehe, sind die M\u00fchen, die es kostet, dass der Verkauf \u00fcber Amazon funktioniert, erw\u00e4hnenswert.<br \/>\nKeine Ahnung, woran das liegt. Am Apparat? An einem Eingabefehler, dessen Korrektur anschlie\u00dfend vom System schlichtweg nicht \u201egefressen\u201c wird? Stellen Sie sich vor, Sie sind Autor, haben sich eine gef\u00fchlte Ewigkeit mit ihrem Buch leidenschaftlich gefordert und geplagt, und erhalten dann von interessierten Menschen mehrfach die R\u00fcckmeldung \u201eAmazon meldet \u201aderzeit nicht lieferbar\u2018\u201c.<br \/>\nEs ist nicht das erste Hindernis, das sich f\u00fcr Autor Naujeck mit dem Buch verkn\u00fcpft.<\/p>\n<p>Hier ein Auszug aus dem Lekt\u00fcreschl\u00fcssel, Kapitel \u201eRezeption\u201c:<br \/>\nAusgerechnet die Landesstelle f\u00fcr Suchtfragen in Sachsen-Anhalt nimmt Ansto\u00df an dem Buch. (\u2026) 2009 zog sie eine Parallele zu dem Stern-Bestseller \u201eWir Kinder vom Bahnhof Zoo\u201c, den sie mit einer \u201eTrivialisierung des Drogenkonsums\u201c in Zusammenhang bringt. (\u2026) Die Geschichte der Christiane F. vom Berliner Kinderstrich schockierte 1978 Jung und Alt, (\u2026) wurde laut \u201ewikipedia\u201c Anfang der 80er Jahre \u201ezum meistverkauften Buch in der Bundesrepublik Deutschland, in 15 Sprachen \u00fcbersetzt\u201c und \u201ein zahlreichen Schulen\u201c zur Pflichtlekt\u00fcre. (\u2026)<br \/>\n2011 musste Naujeck erkennen, dass sein Buch punktuell bei Schulen und Jugendklubs der Negativbewertung zum Opfer fiel (\u2026) und wehrte sich in einem \u201eOffenen Brief\u201c gegen die unerbetene Einsch\u00e4tzung (\u2026). Denn auch wenn man Texte nat\u00fcrlich unterschiedlich auffassen und auslegen kann \u2013 hier war dies von einer \u00f6ffentlich-rechtlichen Instanz hinter den Kulissen mit weitreichenden Konsequenzen geschehen und deshalb einen kritischen Diskurs wert.<br \/>\nUnter anderem ging es um den Nachahmungseffekt. Wenn dieser so hoch gewichtet w\u00fcrde, d\u00fcrfe man \u2013 so Naujeck \u2013 im Unterricht auch nicht \u201eDie Leiden des jungen Werthers\u201c von Goethe oder die modernisierte Aufbereitung dieses Sehnsuchtsstoffs von Ulrich Plenzdorf (168\/70, DDR) im Unterricht durchnehmen. Der offene Brief gibt zu bedenken: \u201e \u2026 woraus lernen wir alle \u2013 wenn nicht aus Konflikten, rivalisierenden Gegens\u00e4tzen, strittigen Werten, Missverst\u00e4ndnissen und Widerst\u00e4nden? Offene Diskussionen sind in der Wachsamkeit Suchtverhalten gegen\u00fcber f\u00f6rderlich. Eine B\u00fcrokratie, die mehr verhindert als R\u00e4ume \u00f6ffnet, ist kontraproduktiv.\u201c ZITAT ENDE<br \/>\nDie Entwicklung des Offenen Briefes habe ich miterlebt, verfolge also die Autorenschaft von Siegfried Naujeck schon einige Jahre. Und als dann der Verlag, bei dem die erste Auflage erschienen war, Insolvenz anmeldete, habe ich mitgeholfen, dass die Geschichte von Stefanie weiterhin auf dem Buchmarkt pr\u00e4sent bleibt. Generell bin ich daran interessiert, dass Wachsamkeit gegen\u00fcber Strittigem hoch gehalten wird!<br \/>\n<strong>Siegfried Naujeck. Namenloser Tod.<\/strong> 2. \u00fcberarbeitete Auflage mit Lekt\u00fcreschl\u00fcssel, 2016, 199 Seiten, Dortmund-Verlag, 14,80 \u20ac, ISBN 978-3-95960-038-5<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/namenlosertod\/\">https:\/\/www.facebook.com\/namenlosertod\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/COVER-935_Titel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-1317\" src=\"http:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/COVER-935_Titel-150x150.jpg\" alt=\"COVER 935_Titel\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie wird nochmal gegenw\u00e4rtig: Stefanie Blech, Jahrgang 1982, die am 20.7.2000 einen Cocktail aus Alkohol und Drogen nicht \u00fcberlebte. \u201eNamenloser Tod\u201c \u2013 mit diesem Buch will ihr Nachbar Siegfried Naujeck, dass sie nicht vergebens gestorben ist. 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