{"id":1186,"date":"2015-02-10T00:16:56","date_gmt":"2015-02-09T22:16:56","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/?p=1186"},"modified":"2017-09-18T20:47:36","modified_gmt":"2017-09-18T18:47:36","slug":"kinderbuecher-immer-einschlaegiger-zartes-fuer-maedchen-hartes-fuer-jungs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/archives\/1186","title":{"rendered":"Kinderb\u00fccher immer einschl\u00e4giger: Zartes f\u00fcr M\u00e4dchen, Hartes f\u00fcr Jungs"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #0000ff;\">Klischees im Kinderbuch: B\u00f6rsenblatt-Spezial analysiert Zunahme von Stereotypen <span style=\"color: #993366;\">*+<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #993366;\">PM.* <\/span>Die Gleichberechtigung in Sachen Kinderbuch scheint auf dem R\u00fcckzug zu sein. \u201cSeit mehreren Jahren beobachte ich, dass das Angebot der Verlage, aber auch die Nachfrage durch Kunden mehr und mehr den Geschlechtertypen entspricht\u201d, best\u00e4tigt Susanne Lux von der Mainzer Buchhandlung Nimmerland im Gespr\u00e4ch mit dem B\u00f6rsenblatt. In der aktuellen Spezial-Ausgabe zum Thema Kinder- und Jungendbuch betreibt die Redaktion Ursachenforschung. Lektorin Katja Massury aus dem Fischer Verlag bringt das Ergebnis mit einem Hinweis auf die Doppeladressierung von Kinderb\u00fcchern auf den Punkt: \u201cNat\u00fcrlich versucht man, mit der Aufmachung eine Kundschaft zu bedienen, die sich stark an Rollenbildern orientiert. In der Kinderliteratur kaufen ja nicht die Leser das Buch, sondern ihre Eltern, Tanten und Gro\u00dfeltern.\u201d<\/p>\n<p>Um die Entwicklung des Trends zu verstehen, hilft ein Blick zur\u00fcck in die 1980er Jahre. Im Zuge der Emanzipation sorgten damals viele sensibilisierte Verlage und Autoren f\u00fcr mehr Gleichberechtigung im Kinderbuch. \u201cNachdem der Ruf nach starken M\u00e4dchengestalten laut wurde, wurden neue Charaktere wie Christian Bienieks \u201cKaro Karotte\u201d bewusst f\u00fcr M\u00e4dchen geschaffen\u201d, erinnert sich Susanne Lux. Das h\u00e4tte allerdings zur Folge gehabt, dass nach zehn Jahren die spannenden, aufregenden Hauptfiguren alle M\u00e4dchen waren. \u201cUnd das Erstaunen war gro\u00df, dass die Jungen das Lesen quasi einstellten, weil es nichts Interessantes f\u00fcr sie gab. \u201cWir brauchen Jungenliteratur!\u201d war die Antwort, so die Buchh\u00e4ndlerin.<\/p>\n<p>Heute stehen die Buchh\u00e4ndler mit ihren Kunden oftmals vor geteilten Kinderbuchregalen: Blau f\u00fcr die Jungs, rosa f\u00fcr die M\u00e4dchen. \u201cK\u00e4ufer f\u00fchlen sich oft auf der sicheren Seite, wenn sie in der Buchhandlung nach einem Lesetipp f\u00fcr einen Jungen fragen und dann ein Buch in die Hand gedr\u00fcckt bekommen, das deutlich zuzuordnen ist\u201d berichtet Katja Massury. Allerdings rege sich auch bei den Eltern mehr und mehr Widerstand gegen die typische Zuordnung nach Prinzessin oder Ritter, wie Lektorin Tatjana Kr\u00f6ll von Knesebeck zu bedenken gibt. Deshalb lege man laut Britta Kierdorf, Sprecherin von Ars Edition, Wert auf einen Programmmix mit neutralen Titeln und B\u00fcchern, die Rollenklischees bewusst brechen. Jenseits aller konzeptionellen \u00dcberlegungen sind aber vor allem die Verkaufszahlen ein entscheidendes Kriterium, an dem Verlage nicht vorbeikommen, erkl\u00e4rt Kathy Heyer, Programmleiterin f\u00fcr das Coppenrath Kinderbuch: \u201cDie letzten Jahre haben gezeigt, dass im Abverkauf insbesondere in der Altersstufe bis elf Jahre vermeintlich stereotyp gestaltete Titel gewinnen.\u201d<\/p>\n<p>Mit einem Anteil von 17,4 Prozent am Gesamtumsatz bildete das Kinder- und Jungendbuch laut GfK Entertainment im vergangenen Jahr das zweitst\u00e4rkste Segment des deutschen Buchhandels. <span style=\"text-decoration: underline;\">(*PM ist die Abk\u00fcrzung f\u00fcr Pressemitteilung. Diese kommt vom <span class=\"il\">B\u00f6rsenverein<\/span> des Deutschen Buchhandels e.V. )<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #993366;\">*+ Dieser Blog ist weiterhin journalistisch unabh\u00e4ngig und niemandem verpflichtet, kann gelegentlich jedoch <strong>interessanten<\/strong> Presse-Mitteilungen nicht widerstehen<\/span> \u2013 zuletzt zum Beispiel am 27.9.2013 <strong>&gt; Mezis-\u00c4rzte gegen Korruption \u2013 Gesetzgebung wachsam beobachten!<\/strong> von &gt;&gt; Mezis. Die Abk\u00fcrzung steht f\u00fcr \u201eMein Essen zahl ich selbst \u2013 Initiative unbestechlicher \u00c4rztinnen und \u00c4rzte\u201c.<\/h4>\n<h3><em><span style=\"color: #0000ff;\">In naher Zukunft werden hier auch Experten zu Wort kommen \u2013 <strong>Interviews sind verabredet,<\/strong> Statements wie das von Jutta Bender, Psychologin und Trauerrednerin, bleiben vorerst die Ausnahme.<\/span><\/em><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klischees im Kinderbuch: B\u00f6rsenblatt-Spezial analysiert Zunahme von Stereotypen *+ PM.* Die Gleichberechtigung in Sachen Kinderbuch scheint auf dem R\u00fcckzug zu sein. \u201cSeit mehreren Jahren beobachte ich, dass das Angebot der Verlage, aber auch die Nachfrage durch Kunden mehr und mehr den Geschlechtertypen entspricht\u201d, best\u00e4tigt Susanne Lux von der Mainzer Buchhandlung Nimmerland im Gespr\u00e4ch mit dem [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_s2mail":"yes","footnotes":""},"categories":[6,7,8],"tags":[791,786,788,793,792],"class_list":["post-1186","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-alltag","category-kultur","category-literatur","tag-buecher","tag-buchhandel","tag-geschlechtererziehung","tag-rollenbilder","tag-stereotypen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1186","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1186"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1186\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1189,"href":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1186\/revisions\/1189"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1186"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1186"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1186"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}