{"id":1038,"date":"2013-09-09T20:49:29","date_gmt":"2013-09-09T18:49:29","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/?p=1038"},"modified":"2017-09-18T20:47:37","modified_gmt":"2017-09-18T18:47:37","slug":"geschaeftsgebaren-sitzt-im-knopfloch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.journalismus-und-mehr.com\/index.php\/archives\/1038","title":{"rendered":"Gesch\u00e4ftsgebaren sitzt im Knopfloch"},"content":{"rendered":"<p><!--[if gte mso 9]><xml>\n <w:WordDocument>\n  <w:View>Normal<\/w:View>\n  <w:Zoom>0<\/w:Zoom>\n  <w:HyphenationZone>21<\/w:HyphenationZone>\n  <w:PunctuationKerning\/>\n  <w:ValidateAgainstSchemas\/>\n  <w:SaveIfXMLInvalid>false<\/w:SaveIfXMLInvalid>\n  <w:IgnoreMixedContent>false<\/w:IgnoreMixedContent>\n  <w:AlwaysShowPlaceholderText>false<\/w:AlwaysShowPlaceholderText>\n  <w:Compatibility>\n   <w:BreakWrappedTables\/>\n   <w:SnapToGridInCell\/>\n   <w:WrapTextWithPunct\/>\n   <w:UseAsianBreakRules\/>\n   <w:DontGrowAutofit\/>\n  <\/w:Compatibility>\n  <w:BrowserLevel>MicrosoftInternetExplorer4<\/w:BrowserLevel>\n <\/w:WordDocument>\n<\/xml><![endif]--><\/p>\n<p><!--[if gte mso 9]><xml>\n <w:LatentStyles DefLockedState=\"false\" LatentStyleCount=\"156\">\n <\/w:LatentStyles>\n<\/xml><![endif]--><!--[if gte mso 10]>\n\n\n<style>\n \/* Style Definitions *\/\n table.MsoNormalTable\n\t{mso-style-name:\"Normale Tabelle\";\n\tmso-tstyle-rowband-size:0;\n\tmso-tstyle-colband-size:0;\n\tmso-style-noshow:yes;\n\tmso-style-parent:\"\";\n\tmso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt;\n\tmso-para-margin:0cm;\n\tmso-para-margin-bottom:.0001pt;\n\tmso-pagination:widow-orphan;\n\tfont-size:10.0pt;\n\tfont-family:\"Times New Roman\";\n\tmso-ansi-language:#0400;\n\tmso-fareast-language:#0400;\n\tmso-bidi-language:#0400;}\n<\/style>\n\n\n<![endif]-->Ich rufe bei meiner Frauen\u00e4rztin an. Telefonische Rezeptbestellung kein Problem. Aber ich soll das Rezept abholen. Grob gesch\u00e4tzt sind das 17 km einfach, eine 55-Cent-Briefmarke ist billiger. \u201eAusnahmsweise\u201c, sagt die Sprechstundenhilfe ein wenig widerwillig. Ob sie sich vergegenw\u00e4rtigt, dass ich unl\u00e4ngst ihren Arbeitsplatz mit 100 Euro gesichert habe? So viel kostete n\u00e4mlich der Ultraschall, den die Krankenkasse nicht bezahlt. Weil\u2019s eben nur zur Vorsicht ist und nicht medizinisch notwendig.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Bei meinem Hausarzt bin ich \u00fcbrigens daf\u00fcr bekannt, dass ich ab und zu ein paar Briefmarken dalasse, damit man mir \u00dcberweisungen und Rezepte zusendet. \u201eSehr aufmerksam\u201c nannte mich die freundliche Frau am Empfang und meinte, ich geh\u00f6re zu den wenigen, die so was machen. Tja, so geht es auch.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Damit sind wir bei zwei Verbraucherthemen: Vorzimmer-Gebaren und Vorsorge.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Aber auch beim B\u00e4cker sah es heute nicht gut f\u00fcr mich aus: Ob man das Brot (Bio, beste Qualit\u00e4t, keine Billigware) schneiden k\u00f6nne? \u201eNein, in der letzten Abverkaufsstunde schneiden wir grunds\u00e4tzlich nicht mehr.\u201c <span style=\"text-decoration: underline;\">Das war zwar mit einem L\u00e4cheln gesagt<\/span>, <span style=\"text-decoration: underline;\">aber so sehr <b style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">ohne<\/b> Bedauern, dass ich mir eine bissige Erwiderung verkneifen musste<\/span>.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Im Laden war au\u00dfer mir niemand, der h\u00e4tte warten m\u00fcssen, w\u00e4hrend mein Brot durch die Schneidemaschine gerattert w\u00e4re und insgesamt vielleicht zwei Handgriffe mehr erfordert h\u00e4tte. Ich werde jedenfalls die n\u00e4chsten Tage immer, wenn ich eine Scheibe von dem guten Brot esse, an dieses Verhalten denken.<\/p>\n<p>Nach der unsch\u00f6nen Reaktion der Assistenin der Frauen\u00e4rztin habe ich damals zwar \u00fcberlegt, ob ich bei der n\u00e4chsten Konsultation Briefmarken dalassen soll. Aber das Personal schichtet und wechselt \u2013 wenn man nicht dick auf meine Patientinnen-Akte \u201eMarken-Vorschuss\u201c schreibt, muss ich beim n\u00e4chsten Mal wieder mit einer abwehrenden Haltung rechnen. Vielleicht k\u00fcnftig lieber eine andere Praxis aufsuchen, auch wenn ich mit den \u00e4rztlichen Leistungen in jener zufrieden bin?<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"color: #ff0000;\">Die Haltung macht es n\u00e4mlich.<\/span> Die sagt \u201ewillkommen\u201c oder bringt Misst\u00f6ne in den Kontakt. Ob beim Brot oder beim Arzt: Ich will nicht geherzt oder umarmt werden. Nur bitte eindeutig weniger hohes Ross und eine Spur weniger spartanisch. Entgegenkommen sitzt schon im Knopfloch, keiner muss sich kr\u00fcmmen oder dienern.<span style=\"mso-spacerun: yes;\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"color: #3366ff;\">Und bitte lassen Sie sich das Wort <strong>&#8220;Abverkauf&#8221;<\/strong> auf der Zunge zergehen. Von Verk\u00e4uferin zu K\u00e4uferin wohlbemerkt! <strong><em>Wie viele Haare str\u00e4uben sich da?<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich rufe bei meiner Frauen\u00e4rztin an. Telefonische Rezeptbestellung kein Problem. Aber ich soll das Rezept abholen. Grob gesch\u00e4tzt sind das 17 km einfach, eine 55-Cent-Briefmarke ist billiger. \u201eAusnahmsweise\u201c, sagt die Sprechstundenhilfe ein wenig widerwillig. Ob sie sich vergegenw\u00e4rtigt, dass ich unl\u00e4ngst ihren Arbeitsplatz mit 100 Euro gesichert habe? 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