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Sep 26 2016

Inspirationen und Vorbilder

Autor: . Abgelegt unter Sonstiges

„Wenn deine Taten für dich sprechen, unterbrich sie nicht!“ Dieser Satz von Henry J. Kaiser, ein US-amerikanischer Industrieller (1882-1967), ließ mich aufhorchen: wo sind heutzutage Unterbrechungen nicht an der Tagesordnung? (Und weil es Energie kostet, den Faden immer wieder aufzunehmen, kommt dieser Blog leider viel zu oft zu kurz.) Wobei mehrere Taten parallel für mich sprechen können und ich die eine mal zugunsten der anderen unterbrechen muss und umgekehrt.
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Ich gebe zu, dass ich gerne Sprüche sammle und daraufhin überprüfe, wie sie sich weiterspinnen lassen, ob sie sich als Themenanregung für einen meiner Kurse „kreativ schreiben“ eignen.

Wie ich feststellte, denke ich oft sehr lange an Weisheiten herum, die haarscharf neben Binsenweisheiten liegen – also Selbstverständlichkeiten, die normalerweise wenig
Aufmerksamkeit erregen. Als einen solchen habe ich „Ein Weg entsteht dadurch, dass man ihn geht.“ von Stendhal identifiziert.

Das nenne ich Pionier-Denken! Abgewandelt ist es ebenso brauchbar: „Ein Text entsteht, indem man ihn schreibt.“ Diesmal eine wirkliche Binse. Doch man kann nicht erwarten, ständig das NonPlusUltra zu entdecken oder zu erfinden! Hürden und Erwartungen abbauen und einfach los! Jeder Gedanke, den man mal gedacht hat, hinterlässt im Gehirn eine Spur. Wenn man also öfter an „Eis, hm, lecker“ denkt, dann verbreitert sich die Spur zur Eisdiele (zunächst im Kopf) kontinuierlich. Das lässt sich nutzen. Denn wer schreibt und merkt, man muss nicht perfekt sein, schreibt öfter und gewinnt Spaß am Verbessern, Verfeinern, Vervollkommnen.

Und natürlich gibt es Landkarten, auf denen man nach Wegen gucken und sie ggf. in der Praxis überprüfen kann: wie sind die beschaffen, wo führen sie hin? Was hat Stendhal (gestorben 1842) geschrieben und würde es (in welcher Form?) in unsere Zeit passen? Was gefällt mir so gut, dass ich es adaptieren möchte? Adaptieren heißt so viel wie anpassen bzw. übertragen – zum Beispiel in ein anderes Jahrhundert mit gewandelten Konfliktstoffen oder einen Roman zu einem Drehbuch fürs Fernsehen umarbeiten.

Inspirationen und Vorbilder – Kreative haben dafür feine Antennen. Ihre eigene Handschrift wird darüber nicht verloren gehen.

T i p p s :   Treffsicher Figuren konzipiert hat Roland Kraus in „Hurenballade“. Dreizehn Stories. Balaena Verlag. Meine Rezension > http://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=22424 – Mit Grimms und Andersens Märchen „Update“ wartet der Mechandel Verlag auf, den die Apothekerin Charlotte Erpenbeck nebenberuflich mit viel Engagement betreibt. Gelegentlich schreibt sie auch Anthologien aus. http://www.machandel-verlag.de

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