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Dez 10 2017

facebook: Der Überblick über das Gespeicherte gelingt nie vollständig!

Autor: . Abgelegt unter Allgemein/Politik,Alltag

Interview 😊 Mein Ausstieg vom Ausstieg auf Facebook 😊

Hans-Dirk Reinartz ist Palliativarzt und unterstützt als „Lebenslotse“ Menschen mit Krebserkrankungen „ihrer Zukunft mehr Leben zu geben“. Viele seiner Beiträge auf Facebook (fb) vermitteln Eindrücke von dem Schönen und den Nöten in der Ukraine, wo er seit 2012 lebt. Vor dem Jahreswechsel 2016/17 kündigte er seinen Ausstieg aus fb an, wollte dort seine Spuren löschen und nicht mehr über diese Plattform erreichbar sind. Dieser Ausstieg war nicht von Dauer. Über diese doppelte Wende unterhielt ich mich via Skype mit ihm.

Warum wolltest Du den Ausstieg aus fb?

Ich nutzte und nutze kein Pseudonym, war also erkennbar und habe toleriert, dass fb, google & Co. eine riesige Datenkrake sind. Ich dachte, ich nutze die Vorteile und muss deshalb auch die Nachteile in Kauf nehmen, fühlte mich fast wie zu Hause auf fb. Doch dann merkte ich, die wissen viel mehr über mich, als ich jemals geglaubt habe. Es kommt dazu, dass ich in einem politisch instabilen Land lebe und mich sehr eindeutig auf Seiten der Ukraine positioniere für eine demokratische Entwicklung in eine europäische Richtung. Fanatiker quittierten dies mit Hasstiraden.

Das spitzte sich zu?

Ja. Deshalb wollte ich nicht länger ungeschützt auf dem Präsentierteller sein. Erstens, weil nicht absehbar ist, wer diesen Kampf hier gewinnt und mir womöglich irgendwann am Zeug flicken will. Zweitens möchte ich in meinem Beruf arbeiten und auf meine online Beratungen konzentrieren, anstatt als politische Person wahrgenommen zu werden. Deshalb wollte ich zum 31.12.2016 einen Schnitt machen. Mein Ausstieg war sauber geplant, ich hatte mich aus allen Gruppen verabschiedet, meine eigenen Gruppen und Seite gelöscht und nichts mehr geliked usw.

Wie lange warst Du inaktiv?

Etwa den ganzen Dezember 2016. Zum 31.1.2017 wollte ich mich abmelden. Doch mir kam zu Bewusstsein, wen alles ich über fb kennengelernt und wiedergefunden hatte. Als Beispiel möchte ich eine Jugendfreundin nennen. Sie hatte ich aus den Augen verloren und konnte dank fb an unsere frühere Verbindung anknüpfen. Und kurz nach unserer virtuellen Wiederbegegnung stirbt ihr Mann innerhalb einer Woche. Ich konnte ihr mit meiner Erfahrung als Palliativarzt und darüber hinaus beistehen, denn die psychologische Seite kommt bei so einem Schicksalsschlag in der herkömmlichen medizinischen Versorgung eher zu kurz.

„… eher zu kurz“ ist zurückhaltend formuliert. Aber auf diese Seite Deines Wirkens kommen wir in einem gesonderten Interview zu sprechen. – Was hat sich seither für Dich auf fb geändert?

Ich blieb, weil ich das Verbindende von fb nicht missen möchte, zog jedoch angesichts der Nachteile, die auf der Hand liegen, Konsequenzen: Meine politischen Äußerungen habe ich zu 99,9 Prozent zurückgeschraubt. Zurückliegende Äußerungen tilge ich.

Wie geht das?

Ich bekomme jeden Tag eine Erinnerung, was ich vor einem oder vor zwei, drei usw. Jahren gepostet habe. Das ist eine Funktion von fb. So kann ich meine politischen Postings aus der Vergangenheit löschen. Ich like auch kaum noch, denn das kann man nicht mehr rekapitulieren.

Große Zurückhaltung?

Ich verkrieche mich nicht, agiere aber mit einer anderen Wachsamkeit. Wenn Du fb verlässt, weißt du nicht, was fb über dich gespeichert hat. Du kannst z. B. ein halbes Jahr nach einem Ausstieg dein Profil wieder reaktivieren und schwupps ist alles wieder da. Das heißt: die löschen es nicht. Es existiert noch irgendwo. Kein Mensch weiß, was die damit machen.

Betrifft das auch die Chat-Nachrichten?

Ja, die werden – soweit ich weiß – auch gespeichert. Eine Unterhaltung darüber, dass man verschlafen hat aufgrund nächtlichen Hundegebells wird wohl weltweit wenig Echo hervorrufen, aber wenn mir jemand schreibt, er habe an einem bestimmten Ort 1000 russische Soldaten stationiert gesehen, wird das unter Umständen auf beiden Seiten als brisant registriert.

Verstehe. Was ist geblieben?

Die Haltung, dass der Überblick über das Gespeicherte keine Vollständigkeit erlangen kann. Mehrere Seiten über private und politisch/kulturelle Projekte habe ich gelöscht. Ich habe für mich innerlich einen RESET gemacht und beschlossen, mit dem alten Profil bei fb zu bleiben – trotz weiter vorhandener Datenschutzrisiken. Ich habe meine alten Kontakte behalten, jedoch lösche ich jene, mit denen ich keine irgendwie geartete Übereinstimmung habe. Privat und beruflich wird mehr getrennt, der Fokus liegt auf medizinischen Themen, um als Arzt wahrgenommen zu werden. Private Infos aus dem politischen Leben teile ich so gut wie nicht mehr.

Und beruflich? Ist das nicht heikel über fb?

Über fb kann ich Menschen erreichen und sie können mich erreichen. Das war einer der Gründe auf fb zu bleiben. Beruflich bin ich sowieso „öffentlich“ unterwegs und das ist gut so! Neue Seiten und neue Gruppen von mir werden kommen, allerdings nur noch im beruflichen Umfeld. Meine Gruppen mit privaten und politischen Themen bleiben gelöscht.

Wir unterhalten uns jetzt über Skype. Wie sicher ist das?

Ich bin Arzt, kein Fachmann für Aussagen in diesem Bereich. Wobei wir uns darüber im Klaren sein müssen: wenn ein Geheimdienst etwas abhören will, wird er es schaffen – egal wo. Für meine beruflichen Leistungen prüfe ich Webinar-Plattformen auf ihre Abhör-Sicherheit.

Wie waren die Reaktionen zum Wiedereinstieg?

Wesentlich positiver, als ich gedacht hatte. Ich bekam viele Likes und die Rückmeldung, dass viele meine Postings über die Ukraine vermissen würden.

Was ist die Quintessenz der Selbsterfahrung?

Datenschutztechnisch war das Löschen ein gutes Gefühl. Mutmaßlich war ich nicht mehr so angreifbar. Aber es stellte sich auch das Gefühl ein, es würde schwieriger, über e-mail, über Skype, über Telefonate Kontakte zu halten, zu pflegen oder erst aufzubauen. Sorge über mangelnden Datenschutz und gläserne Menschen auf der einen Seite und Wunsch nach privater / beruflicher Kontaktpflege auf der anderen Seite waren ein unhaltbarer Spagat. Die Entscheidung fiel zugunsten der Kommunikation mit Toleranz der Datenschutzprobleme. Im Endeffekt bin ich froh über den Prozess meiner Entscheidungen. Meine jetzigen persönlichen Vorteile wiegen eindeutig mehr als die Nachteile.

Gibt es jetzt eine ausgefeilte Selbstzensur?

Der Begriff ist für mich interessant. Ich würde es für mich aber als „Schreibdiät“ bezeichnen. Im Sinne von „Ich halte Maß“. Weiterhin will ich über die Situationen hier vor Ort schildern, aber im Vergleich zur früher, überlege ich mir heute bei jedem Posting, ob dies es wert ist, mich auf diese Weise zu zeigen.

Vieles bewegt Dich, Du bist auf vielen Themenfeldern zu Hause.

Ja. Ich äußere mich zukünftig bevorzugt zu medizinisch-psychologischen Themen und zu Fragen um Leben und Tod, Lebensplanung, Philosophie etc.  Beschäftigung mit Sterben gehört in die Mitte des Lebens! Das Berufliche wird sich auf meiner Webseite abspielen: https://hansdirkreinartz.com/

Danke für das Gespräch. Zu Deiner Tätigkeit als Lebenslotse planen wir ein separates Interview.

(Auf fb duzt man sich. Wir haben das darüber hinaus beibehalten.)

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Jul 09 2017

Wagen und gewinnen

Autor: . Abgelegt unter Alltag

Gestern beim Scrabble-Spiel. Wieder einmal hatte ich Buchstaben, die nicht recht zusammenpassen wollten. Es war schon einiges vorgegeben, an das etwas Sinnvolles anzulegen unmöglich schien. Buchstaben auswechseln oder auf „passen“ drücken? Das würde eine Runde aussetzen und damit Punktverlust bedeuten. Nein, ich mobilisierte Gleichmut und puzzelte mit humoristischer Grundhaltung an unmöglichen Möglichkeiten.

Schließlich erlebe ich immer wieder, wie meine „Gegner“ – die meisten sind als „Anonym“ unterwegs – Wörter präsentieren, die ich noch nie gehört habe. (Wir spielen im WWW und eine Maschine bewertet, was durchgeht was abgewiesen wird.) Manchmal entfacht das meine Neugier und ich suche nach dem Sinn des unbekannten Wortes und finde ihn. Horizonterweiterung ist ja ein nützlicher Nebeneffekt von Spielen, will man sie nicht rein als Training der Fingerfertigkeit begreifen.

Diese Erfahrung stachelte mich gestern an, es doch einmal selbst mit einem Wort zu versuchen, dem ich noch nie begegnet war. Schließlich ermuntere ich in meinen „kreativ-schreiben“-Kursen auch immer wieder: Nicht das Können steht im Vordergrund, sondern das Probieren, das Zu-neuen-Ufern-Kommen. Und tatsächlich! Mein „Unwort“ wurde vom System angenommen, erntete gute Punkte und war sogar auf „Wikipedia“ zu finden, so dass ich dessen Bedeutung im Nachhinein erfuhr.

Es gibt ja zielgerichtete Zeitgenossen, bei denen muss „hinten“ immer etwas „herauskommen“. Die fangen nichts an, das eventuell „sinnlos“ bzw. „ergebnislos“ sein könnte. Dadurch sind gewisse Bahnen vorgegeben und lassen denjenigen nicht so leicht frei. Natürlich gibt es Phasen, in denen man sich nicht erlauben kann, „neben naus“ zu denken. Aber erfrischender sind die andern, die Aktivitäten erlauben, deren Zweck nicht von vorn auf der Hand liegt.

Es ist zwar nicht angenehm, wenn man experimentiert – vielleicht weil man an einem Schreibwettbewerb teilnehmen will – , hingebungsvoll Hirnschmalz investiert und muss nach einer Weile aufgeben, weil das Vorhaben nicht gelingen will bzw. der Text in eine andere Richtung als das Thema fließt oder anderweitig nicht „dressierbar“ ist. Aber das Schreiben für den Papierkorb hat noch niemandem geschadet. Jede/r erlebt es, und manchmal geht einem der Nutzen dieser „vergeblichen Liebesmüh“ erst später auf. Empfohlen sei deshalb abspeichern statt löschen. Warum nicht einen eigenen Ordner für „Halbgares“ anlegen und Verworfenes zu einem anderen Anlass modifizieren oder Fragmente daraus verwenden? War nicht wagt, der nicht gewinnt.

Das ist mein Konterfei auf facebook.

Auf facebook gibt es bekanntlich jede Menge „Halbgares“ und manchmal findet auch Verführung statt – Verführung zu Unsinn. In einer unbestimmten Lust auf vergnügliche Lockerung nach einem angespannten Tag ließ ich mich von der Frage verführen: „Wie alt sind Sie wirklich?“ Die Maschine nimmt das Konterfei und präsentiert dann, zu welchem Schluss sie kommt. Ich – äh mein Zeitungsleser – wurde trotz Falten und Scharten auf 30 festgesetzt. GRINS. (Wer nicht wagt, gewinnt nicht!) Zum Dank sei hier sein Standort verraten: Er steht alterslos in Weinstadt-Strümpfelbach  an der Durchgangsstraße. Schräg gegenüber geht es hoch zum Skulpturenpfad in die Weinberge > http://www.karl-ulrich-nuss.de/katalog.html Ein Spaziergang dort lockert übrigens ungemein – auf mehreren Ebenen!

Und hier geht es zu meinen Beiträgen auf facebook > https://www.facebook.com/renate.schauer.94

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Dez 02 2012

Grenzen? Grenzen!

Autor: . Abgelegt unter Alltag,Kultur,Sonstiges

Wenn es mal an der Zeit ist, auf den Beginn des 21. Jahrhunderts zurück zu blicken, könnte evtl. diese Episode mit vorweihnachtlichem Glanz in eine Sammlung aufgenommen werden:

Als sich alle Welt vernetzte und damit die entferntesten Regionen virtuell einander näher rückten, spielte Facebook eine Schlüsselrolle zwischen zwei Menschen. Über diese Internet-Plattform konnte man Schulfreunde wiederfinden, sich über Interessen und Hobbys austauschen oder aber flirten. Hier tummelte sich ein junger Mann, der eigentlich nicht mehr richtig daran glaubte, nach allerlei Enttäuschungen sein Herz noch einmal verschenken zu können. Doch zu seiner großen Überraschung erwischte es ihn im Sommer 2012 mit der Freundin seiner Chat-Partnerin. Nach einem ersten Kennenlernen wollte er sie bald heiraten und ihre kleine Tochter adoptieren. Danach sollen beide von Georgien nach Deutschland übersiedeln. „Der jetzt eingeschlagene Weg wird steinig und hart, aber die Liebe kann alles erreichen“, sagte der Mann mit Schmetterlingen im Bauch und freute sich, dass der Weg frei war für ein gemeinsames Weihnachten dank des Visums, das seine Angebetete erhielt.

So schlug die Liebe zwischen Europa und Asien eine Brücke …

Dr. med. Unbekannt

Obwohl man sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts also grenzenlos verlieben kann, markiert die die Bürokratie mancherorts immer noch krasse Grenzen. Die Beispiel-Geschichte geht so: Kommt eine Patientin in die Notfall-Praxis des Esslinger Krankenhauses. Es ist Samstag, ihr kann schnell geholfen werden, doch an der Rezeption stockt „ihr Fall“. Wer sollte den Notfall-Vertretungsschein bekommen? „Ah, Ihr Hausarzt ist gar nicht im Kreis Esslingen niedergelassen? Dann nimmt unser Computer seinen Namen nicht an. Deshalb müssen Sie ihm den Schein selbst vorbeibringen …“ Seltsames Gefühl, dass dein PC-Programm so enge Grenzen akzeptiert. Aber wie sagt nicht ein altes Sprichwort: „Wie der Herr, so dass G’scherr“? Jedenfalls stand auf dem Schein unter „weiterbehandelnder Arzt“ > Dr. med. Unbekannt.

Stones for ever

Grenzwertig sind sicherlich 500 Euro Eintrittsgeld für ein Konzert, dessen Karten dann trotzdem in sieben (7 !!!) Minuten ausverkauft sind. Geschehen in London, als die Rolling Stones ihr 50-jährige Jubiläum mit finanziell gut gestellten bzw. zahlungswilligen Fans feierten. „Es ist erstaunlich, dass wir das noch immer machen, und es ist erstaunlich, dass ihr immer noch unsere Platten kauft und zu unseren Shows kommt“, zititert die WELT Mick Jagger, der sich für die Treue seines Publikum bedankte. Er ist jetzt 69 Jahre alt, und Kollegen in der Rock-Welt sind laut den Zeitungsbericht gespannt, wann er sich mit seinen Jungs, die ja auch nicht jünger werden, in „ruhigere Gewässer“ zurückzieht.

Quelle: 26.11.2012 > www.welt.de/aktuell/article111497776/Die-Rolling-Stones-sind-immer-noch-da.html

Aber „Satisfaction“ kann man doch nie genug haben, oder?

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Sep 10 2010

Unterwegs in mehreren „Fundgruben“

Autor: . Abgelegt unter Alltag,Sonstiges

Wozu lange darum herum reden? Dank des Einstiegs in twitter und facebook trat der Blog etwas in den Hintergrund.

Nun ist der virtuelle Kurs „kreativ schreiben“ angelaufen. Schon die Vorbereitungen dazu machten deutlich: auch die Sprache einer Vielschreiberin will stets in Übung bleiben, damit ihre Genauigkeit nicht nachlässt.

Über eine Formulierung, an die ich in facebook geriet, habe ich mich besonders gefreut: „Ein Freund ist ein Mensch, der die Melodie deines Herzen kennt und sie dir vorspielt, wenn du sie vergessen hast.“ (Albert Einstein)

In facebook kann man kommentieren, was andere veröffentlicht haben. Und so kommentierte ich: „Was ist, wenn die Melodie sich im Laufe der Jahre geändert hat? Dann ist es dennoch verbindend, sich gemeinsam an die Ursprungsversion zu erinnern und Versäumtes ‚nachzuarbeiten’“.

twitter ist ein schnelleres Medium mit knappen Aussagen. Darüber berichte ich ein anderes Mal.

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Aug 10 2010

Herbst-Kurs „kreativ schreiben“

Autor: . Abgelegt unter Sonstiges

„kreativ schreiben“ als virtueller Workshop startet am 10. September 2010. Näheres dazu unter www.memo-reporting-service.com. Zusätzlich wird „Das Wesen einer Pressemitteilung“ angeboten.

Übrigens: Sie finden mich jetzt auch auf Facebook.

Empfehlenswerter Sommerroman: „gestern noch“ von Kathrin Groß-Striffler, Aufbau Verlag.

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