Monatsarchiv für August 2010

Aug 17 2010

Nicht nur Schall und Rauch!

Autor: . Abgelegt unter Allgemein/Politik,Sonstiges

Ich erwachte aus einem langen nichtssagenden Schlaf und hatte 273.000 Euro auf meinem Konto. Na ja, dachte ich, habe ich wohl von meinem Jahresgehalt nichts ausgegeben. Aber in Baden-Württemberg lebt man ja sparsam.

Tags darauf erwachte ich vom Geheul des Windes und rieb mir die Augen. Ich musste in den Norden ausgewandert sein. Auch kein schlechter Platz zum Leben: Nordsee vor der Tür, Sylt ist nicht weit! Und siehe da, die Wegzehrung würde mir nicht ausgehen, denn auf meinem Konto fand ich die Zahl 286.000 mit einem €-Zeichen dahinter.

Einen weiteren Tag später hatte ich von 308.000 Euro geträumt. Ich erwachte und wusste: Das ist nicht wahr! Dunkel erinnerte ich mich an hohe Beträge und schaute nach: Mein Konto war blank wie eh und je. Dabei hätte ich doch letzthin … Alles Schall und Rauch! Meine Kreativität hatte mir mal wieder einen gehörigen Streich gespielt!

Da fiel mir der Zeitungsartikel in die Hände, der meine Fantasie angestiftet haben musste: Schlagartig erinnerte ich mich, dass jetzt die Zeit gekommen war, dass Intendanten ihre Einkünfte offen legen, weil sie fair sein und zu mehr Transparenz über die Verwendung von Rundfunkgebühren beitragen wollen!

http://www.tagesspiegel.de/medien/mehr-transparenz/1903020.html

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Aug 11 2010

WDR-Spitzengehälter öffentlich!

Autor: . Abgelegt unter Allgemein/Politik

Endlich ist diese Mauer durchbrochen: Zumindest eine ARD-Anstalt enthüllt, was das Spitzenpersonal verdient! Wie der Spiegel berichtet, tut das der WDR aufgrund einer Selbstverpflichtung, die er sich erst letztes Jahr auferlegte.

Als ich für das Buch von Wolfgang Schwab „ARD / ZDF und unser Geld“ recherchierte, stieß ich mit der Frage nach Gehältern und dergleichen auf unüberwindbare Mauern. Es wird auch nicht gerne beziffert, welche Entschädigung Rundfunkräte erhalten. Sie repräsentieren zwar die Bevölkerung und sollen auch Mitsprache beim Programm üben, doch Ihr Tun ist für die Bevölkerung nicht sonderlich transparent. Das ist bemerkenswert, denn ob IntendantIn oder RundfunkrätIn – sie alle werden aus dem Topf bezahlt, in den unsere Gebühren fließen!

Im Detail >> http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,710978,00.html

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Aug 10 2010

Herbst-Kurs „kreativ schreiben“

Autor: . Abgelegt unter Sonstiges

„kreativ schreiben“ als virtueller Workshop startet am 10. September 2010. Näheres dazu unter www.memo-reporting-service.com. Zusätzlich wird „Das Wesen einer Pressemitteilung“ angeboten.

Übrigens: Sie finden mich jetzt auch auf Facebook.

Empfehlenswerter Sommerroman: „gestern noch“ von Kathrin Groß-Striffler, Aufbau Verlag.

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Aug 05 2010

Sommerblüten: Wenn einer auf den anderen verweist und zurück

Autor: . Abgelegt unter Alltag

Die Ferienzeit ist schon eine verrückte Zeit! Man erreicht fast niemanden telefonisch, auf Mails kommt die Antwort „von – bis nicht am Arbeitsplatz“. Funktionieren sollen alle Geschäfte trotzdem, und die Staumelder haben alle Münder voll zu tun. Und nun das:

Einer der (Haus-)Ärzte im „Flecken“ – nennen wir ihn Dr. X – gibt per Anzeige bekannt, dass er verreist. In Notfällen wird er vertreten von Dr. H. – aber nur wenige Tage, dann von Dr. G. Kollege H. geht nämlich auch in Urlaub. Das steht in dessen Anzeige, die doppelt so groß neben der von Dr. X. platziert ist. Dr. H. gibt die Stafette während seiner Pause folgerichtig an Dr. G. weiter. Aber nur bis zu dem Tag, an dem Dr. X wieder zurück ist und ihn vertritt.

Alles klar? (Nach einer Anzeige von Dr. G. sucht man in dieser Ausgabe vergeblich.)

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Aug 03 2010

Wie wurde der „Kosovo-Krieg“ von den Medien legitimiert?

Autor: . Abgelegt unter Allgemein/Politik,Literatur

Kurt Gritsch hat eine „auf wissenschaftlichem Gebiet erstmals (…) umfassende und kritische Gesamtdarstellung des öffentlichen Diskurses über den ‚Kosovo-Krieg‘ in Deutschland“ veröffentlicht. Franz Siepe meint, das Buch sei „unbedingt zu empfehlen“: http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=14670

Seine Rezension hat mich hellhörig gemacht, denn auch ich erinnere mich, dass Skeptiker 1999 auf verlorenem Posten waren. Die Medien räumten ihnen wenig bis gar keinen Platz ein. Es wurde oft auf Ausschwitz verwiesen. Damit waren die Befürworter des Krieges automatisch überlegen. Ein Zitat entfacht die Neugierde besonders: „Es gibt einen Zusammenhang zwischen NATO-Propaganda und veröffentlichtem Bild der intellektuellen Diskussion. Letzteres stimmte mit Ausnahme der ‚taz‘ bei keiner Zeitung mit der tatsächlichen Meinungsverteilung unter den Intellektuellen überein, was auf eine gesteuerte Debatte schließen lässt.“

Gritsch blendet also nicht nur zurück und unterzieht die mediale Legitimation des „Kosovo-Kriegs“ einer skeptischen Revision, sondern das Buch führt – so Franz Siepe – „zugleich Klage gegen das Skandalon der Abhängigkeit der veröffentlichten Meinung vom Machtkalkül der Herrschenden“.

Kurt Gritsch: Inszenierung eines gerechten Krieges? Intellektuelle, Medien und der „Kosovo-Krieg“ 1999. Georg Olms Verlag, Hildesheim 2010. 533 Seiten, 58 €, ISBN-13: 9783487143552

Vergleiche dazu auch > http://www.literaturhaus.at/buch/fachbuch/rez/GritschHandke/

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Aug 02 2010

„Szenen wie im Krieg“

Autor: . Abgelegt unter Alltag

Woche für Woche: Jörg Kachelmann ist als Verdächtiger immer Thema! Die deutsche Öffentlichkeit arbeitet sich an ihm ab. Angesichts des Stichworts „häusliche Gewalt“ konnte sogar Anne Will nicht widerstehen. Andere wiederum fliegen auf den erotischen Aspekt. Gibt es keine wirklichen Probleme?

Medienschelte, Teil 2: Eigentlich hätte man ja wissen können, dass die Loveparade entgleist. Diesen Eindruck kann man angesichts der Berichterstattung in den Medien gewinnen. Super-Assoziationen überschlagen sich – beispielsweise „Szenen wie im Krieg“. Kollege Niggemeier hat dazu einen lesenswerten Kommentar geschrieben: http://bit.ly/9F480W

Ärgernis Nr. 3:  Bayern und sein Raucher-Sonderweg. Auch dies nimmt zu viel Raum ein in den Medien! Der Konflikt zwischen Rauchern und Nichtrauchern ist ein uraltes Thema – es gärt vor sich hin, schwappt mal in diese, mal in jene Richtung und ist dadurch immer ein paar Worte wert. Tatsächlich?

Ich habe einst gelernt: Medien beurteilt man danach, was sie NICHT berichten! Zumindest ist das u. a. ein wichtiges Kriterium!

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